Jugendamt möchte Blindheimer Findelkind in Pflegefamilie geben

Das Amt für Jugend und Familie im Landkreis Dillingen an der Donau hat den Säugling, der im Juli bei Blindheim von der Mutter nach der Geburt ausgesetzt wurde, inzwischen in Obhut genommen. Der kleine Bub wird wohl bei einer Pflegefamilie untergebracht werden.

baby-784607_1280 Jugendamt möchte Blindheimer Findelkind in Pflegefamilie geben Dillingen News Newsletter Blindheim Dillingen Findelkind | Presse Augsburg
Symbolbild

Das Amt für Jugend und Familie im Landkreis Dillingen an der Donau hat den Säugling, der im Juli bei Blindheim von der Mutter nach der Geburt ausgesetzt wurde, inzwischen in Obhut genommen. Die Inobhutnahme erfolgte nach dem Sozialgesetzbuch VIII und stellt eine vorläufige Maßnahme zum Schutz des Kindes dar.

Im Rahmen der Inobhutnahme hat das Jugendamt für das Wohl des Kindes zu sorgen und ist berechtigt, alle notwendigen Rechtshandlungen vorzunehmen. Notwendige Rechtshandlungen können in diesem Fall sowohl die Zustimmung zu allen erforderlichen medizinischen Maßnahmen und Eingriffen sein wie auch familienrechtliche Maßnahmen zu beantragen. Das Jugendamt kann damit eine Vormundschaft beim Amtsgericht für das Kind beantragen und eine rechtliche Vertretung des Kindes längerfristig sicherstellen. Die rechtliche Stellung des Vormundes ist der von Eltern vergleichbar.

Aktuelle Maßnahmen, um für das Wohl des Kindes zu sorgen, sind die Finanzierung der Behandlungskosten, ggf. durch Beitritt in eine Krankenversicherung, sowie die Planung und Organisation einer kindeswohldienlichen Situation bei Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus.

Nach Bestellung eines Vormundes werden alle weiteren Schritte und Entscheidungen situationsabhängig nur in Zusammenarbeit und mit Zustimmung des Vormundes getroffen, der sämtliche rechtliche Entscheidungsbefugnisse inne hat.

Das Jugendamt wird zunächst die notwendigen Voraussetzungen, die für den Säugling u.a. auch aus medizinischer und pädagogischer Sicht erforderlich sind, abklären. Anschließend werden die weiteren Entscheidungen, wie bedarfsgerechte und am Kindeswohl orientierte Unterbringung, getroffen.

Vorrangig wird derzeit vom Jugendamt eine Unterbringung in einer Pflegefamilie aus dem vorliegenden Pool von qualifizierten Familien geprüft.