Jugendherberge Lindau: Signet „Bayern barrierefrei“ verliehen

Als Vertreterin der Bayerischen Staatsregierung hat Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner am 30. Januar 2020 der Jugendherberge in Lindau das Signet „Bayern barrierefrei – Wir sind dabei!“ verliehen. Der Präsident des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk Klaus Umbach nahm zusammen mit dem Leiter der Jugendherberge Lindau Dirk Umann und zwei weiteren Präsidiumsmitgliedern, Stefanie Krüger und Heinrich Kopriwa, dieses Zeichen der Anerkennung entgegen.

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Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner (Bild: DJH Bayern)

Die Staatsregierung würdigt mit dem Signet konkrete und beachtliche Beiträge auf dem Weg zur Barrierefreiheit in Bayern. Mit der Jugendherberge in Lindau wird nun das zweite Haus im Bayerischen Jugendherbergswerk für seine herausragenden Anstrengungen gewürdigt, ein weitestgehend inklusives Angebot für Gäste und Mitarbeitende zu schaffen.

Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner: „Mit dieser Auszeichnung setzt die Jugendherberge Lindau ein starkes Zeichen für die Barrierefreiheit. Barrieren abbauen ist ein Gewinn für uns alle – ob jung oder alt, ob mit oder ohne Behinderung. Ich freue mich sehr über das Engagement der Jugendherbergen. Sie sind ein wertvoller Partner, wenn es darum geht, ein barrierefreies Bayern Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.“

Klaus Umbach: „‘Gemeinschaft erleben‘ – das Motto der Jugendherbergen – steht nicht zuletzt dafür, dass wir Gemeinschaft als Möglichkeit der Begegnung, des gegenseitigen Lernens und eines miteinander Wachsens begreifen. Wir wollen damit bewusst Gegenmodell sein für immer stärker um sich greifende Tendenzen zu Ausgrenzung, Gefühllosigkeit, Diskriminierung, Hass und Extremismus.“

Stefanie Krüger betonte den inklusiven Charakter der Jugendherberge in Lindau: „Seit der Wiedereröffnung sind die inhaltliche Idee und die konkreten Umsetzungsschritte auf dem Weg zur Barrierefreiheit im Haus lebendig. Damit folgt die Jugendherberge den satzungsgemäßen Vorgaben, die in all unseren Häusern Begegnungs- und Lernorte für Heranwachsenden – unabhängig von allen äußeren Voraussetzungen – sehen. Nach der Zertifizierung der Jugendherberge mit dem Siegel ‚Reisen für Alle‘ durch das Deutsche Seminar für Tourismus in Berlin freuen wir uns, dass mit dem Signet ‚Bayern barrierefrei‘ die umfangreichen Anstrengungen des Herbergs-Teams abermals gewürdigt werden.“

Das Jugendherbergswerk hat die Jugendherberge in Lindau in den zurückliegenden Jahren auch an den Erfordernissen von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen ausgerichtet. So verfügt das Haus über sieben komplett barrierefreie Gästezimmer sowie vier behindertengerechte Sanitäranlagen. Alle Räumlichkeiten im Erdgeschoss sind barrierefrei erreichbar – zudem steht ein Personenaufzug für die oberen Etagen zur Verfügung.

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Dirk Umann (Leiter der Jugendherberge Lindau), Sozialstaatssekretärin Carolina Trautner, Klaus Umbach (Präsident Deutsches Jugendherbergswerk, LV Bayern (v.l.) (Bild: DJH Bayern)

Neben der Zugänglichkeit für Gäste wird der inklusive Gedanken auch intern gelebt: Seit vielen Jahren beschäftigt das Haus Mitarbeiter mit Einschränkungen und kooperiert dazu mit dem Verein Lebenshilfe in Lindau. „Inklusion ist für uns seit mindestens zehn Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden. Uns ist wichtig, dass unser Haus, das besonders für Familien geeignet ist und als Aktiv und Fit | Jugendherberge zertifiziert wurde, wirklich allen Menschen offensteht. Das drückt sich in einer entsprechenden baulichen Umsetzung – vor allem aber in einer vorurteilsfreien und offenen Haltung gegenüber allen Gästen aus“, so Herbergsleiter Dirk Umann.

Das Bayerische Sozialministerium hat die entsprechenden Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in den letzten vier Jahren mit insgesamt 4,8 Millionen Euro gefördert. Das jetzt verliehene Signet würdigt die bisher erreichten Erfolge – soll darüber hinaus motivieren, weitere Schritte zu Inklusion und Teilhabe zu gehen. Dazu spricht die Jugendherberge in Lindau gezielt Schulklassen, Behinderteneinrichtungen und Familien an, die den Gedanken der Inklusion im praktischen Miteinander leben.