EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone im Jahr 2001 aus heutiger Sicht kritisch. „Wahr ist: Griechenland ist 2001 nach Fälschung des statistischen Materials Euro-Mitglied geworden“, sagte Juncker der „Bild-Zeitung“ (Freitagsausgabe). Die Verantwortung dafür liege aber auch bei ihm selbst: „Das werfe ich mir bis heute vor: Als Finanzminister gehörte ich zu denen, die nicht wollten, dass unabhängige EU-Statistiker die nationalen Daten überprüfen dürfen. Deshalb haben wir dies geändert: Heute kann die unabhängige EU-Statistikbehörde Eurostat in jedem EU-Mitgliedstaat vor Ort die Bücher auf Herz und Nieren prüfen. Europa ist also in der Lage, aus seinen Fehlern zu lernen“, so der EU-Kommissionspräsident weiter.

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Ein nachträgliches Verlassen des Euro als Reaktion auf die Schuldenkrise hätte er dennoch für einen Fehler gehalten. „Wenn einmal ein Land austritt, droht der ganze Euro auseinanderzubrechen. Und bislang hat die Griechenland-Hilfe niemanden auch nur einen Euro real gekostet“, sagte Juncker der „Bild-Zeitung“. Der Euro sei „unwiderruflich“ die gemeinsame Währung. „Eine Währungsunion muss stabiler als die Ehe sein, sonst glaubt keiner daran“, so der EU-Kommissionspräsident weiter.