Justizministerin lehnt Aus für Gentechnik-Kennzeichnungspflicht ab

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) lehnt das Ergebnis der Verhandlungen auf EU-Ebene über eine Abschaffung der Kennzeichnungspflicht von Nahrungsmitteln aus genom-editierten Pflanzen ab. “Lebensmittel, die gentechnisch verändertes Material enthalten, sollten weiterhin als solche gekennzeichnet werden müssen”, sagte die SPD-Politikerin den Partner-Zeitungen der “Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft” (Donnerstagausgaben). Gentechnik schmecke nicht jedem, Verbraucher bräuchten echte Wahlfreiheit – und die gebe es nur mit Transparenz, argumentiert Hubig.

Stefanie Hubig (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Produkte, die mit neuartigen Methoden wie der Genschere bearbeitet wurden, müssen künftig nicht mehr gekennzeichnet werden. So sieht es eine Einigung zwischen EU-Parlament, Kommission und den Mitgliedstaaten im sogenannten Trilog-Verfahren vor zwei Wochen vor. Die Regelung gilt, solange es sich um einen begrenzten Eingriff in die Genetik der Pflanzen handelt, der auch durch konventionelle Züchtung hätte erreicht werden können.

“Für mich ist das ein falscher Weg”, sagte Hubig. Natürlich biete die Gentechnik große Chancen für die Ernährungssicherheit. Aber am Ende müssten sich Verbraucher “auch gegen Gentechnik entscheiden können”, forderte die SPD-Politikerin. Weniger Transparenz könne nicht die Antwort sein auf real existierende Fragen und Verunsicherung, so die Justizministerin.

Hubigs Absage an der EU-Einigung könnte das ganze Vorhaben zu Fall bringen, schließlich müsste im Europäischen Rat bei der Abstimmung über den Trilog-Kompromiss erneut ein Weg um einen “German Vote”, also eine Enthaltung des größten Mitgliedstaates, herum gefunden werden. CDU und CSU hatten sich in der Vergangenheit für eine Liberalisierung im Umgang mit Neuen Genomischen Techniken (NGT) starkgemacht.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Wohnungsbrand in Augsburg: 38 Verletzte und zahlreiche Wohnungen unbewohnbar

Bei einem ausgedehnten Wohnungsbrand in der Biermannstraße in Augsburg...

Geniestreich reicht nicht zum Heimsieg – FC Augsburg kassiert gegen Union den Ausgleich in der Nachspielzeit

Vier Heimspiele in Serie ohne Niederlage: Nach der Pleite in Gladbach kassierte der FC Augsburg in der Nachspielzeit gegen Union Berlin den 1:1-Ausgleich und konnte damit immerhin einen Punkt im Abstiegskampf holen. Ein Geniestreich von Claude-Maurice hatte den FCA in der ersten Hälfte in Führung gebracht.

Polizeibericht Augsburg und Region vom 15.01.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute

Vollsperrung ST 2380 zwischen Königsbrunn und Mering – Unfall bei Friedenau

Königsbrunn/Mering – Nach einem Verkehrsunfall mit einer verletzten Person...

Polizeibericht Augsburg vom 16.01.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg von heute

Neueste Artikel