Karfreitag | Weihbischof warnt vor „ungeheurem Einbruch in Kultur des Lebens in Europa“

Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger hat heute Nachmittag während der Karfreitagsliturgie im Hohen Dom zu Augsburg über den Umgang des Menschen und unserer Gesellschaft mit Leben und Tod gepredigt.

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Tausende Christen in der Region begingen heute, wie hier im Hohen Dom, gemeinsam die Karfreitagsmesse, | Foto:© Pressestelle Bistum Augsburg | Annette Zoepf | http://sites.google.com/site/havecamerawilltravelde/

Die Entscheidung der belgischen Abgeordnetenkammer, Sterbehilfe für Minderjährige zuzulassen, sei „ein ungeheurer Einbruch in die Kultur des Lebens mitten auf europäischem Boden“. Im Alphabet des Evangeliums sei das Kreuz Jesu die Liebe, die den Tod aufhalte. „Es ist diese ungeheure und unbegreifliche Entäußerung Gottes, die Hingabe des Sohnes, die maßlos liebevolle Zuwendung andie Menschheit, die den Tod abwendet“, so Weihbischof Losinger. Der Karfreitag, der Blick auf das Kreuz, setze uns als getaufte Christen in die Nachfolge des Gekreuzigten.

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Weihbischof Losinger stellte die Kultur des Lebens in den Mittelpunkt seiner Predigt | © Pressestelle Bistum Augsburg | Annette Zoepf | http://sites.google.com/site/havecamerawilltravelde/

Mit Blick auf die Entscheidung in Belgien betonte der Weihbischof deshalb: „Auch unser Leben muss gerade in unserer Zeit und in unserem Lebensumfeld einer solchen Kultur des Todes Einhalt gebieten.“ Es gehe um eine Kultur des Lebens in unserer demokratischen Gesellschaft, die sich Lebensrecht und Unantastbarkeit der Würde des Menschen in den ersten Artikel des Grundgesetzes gesetzt habe. Die Debatte um die Sterbehilfe markiere auf einer schiefen Ebene, in der sich eine lebensfeindliche Initiative stetig beschleunige, eine Kaskade nach unten. Der Weihbischof fragte: Ist dies nicht auch eine Bedrohung für Menschen mit Behinderung und psychisch kranke Menschen?

In der aktuellen Sterbehilfedebatte gewinne die christliche Verantwortung für eine Kultur des Lebens eine neue Dimension. „Unser Einsatz muss doch darin bestehen, nicht Hilfe zum Suizid, sondern Hilfe zum Leben bereit zu stellen.“ Alle guten Möglichkeiten der Palliativmedizin und der Gedanke der Hospizbewegung sollten noch deutlicher bekannt gemacht werden, forderte Weihbischof Anton. „Nicht die schiefe Ebene der aktiven Sterbehilfe, sondern die liebevolle Begleitung und Stützung in der letzten Lebensphase, ohne ökonomischen und sozialen Druck von außen sollte die Maxime unseres Handelns sein.“ Niemand von uns wisse, welchem Tod wir einmal selber entgegen gehen werden. Aber zwei in ihrer Größe unbezahlbare Geschenke seien in dieser letzten Stunde jedem Menschen zu wünschen: Die liebevolle Begleitung von Menschen, die einem die Hand reichen. Und als zweites ein für Weihbischof Anton noch viel wesentlicheres Geschenk: „der ewige Trost, der im Kreuz liegt“.

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© Pressestelle Bistum Augsburg | Annette Zoepf | http://sites.google.com/site/havecamerawilltravelde/

Quelle: Bistum Augsburg