Kaufbeurer Joker holen sich zum Jahresabschluss gegen Freiburg drei Punkte

Am Mittwochabend setzte es für den ESVK das dritte Heimspiel innerhalb von sechs Tagen in der erdgas schaben arena. Zum Jahresendspurt gastierten die viertplatzierten Wölfe aus Freiburg an der Wertach. Vor dem Spiel gab es noch eine Hiobsbotschaft für alle Joker Fans, weil neben den bekannten Ausfällen Stefan Vajs, Alex Thiel, Fabian Koziol und Leon van der Linde, jetzt auch noch Topscorer John Lammers auf Grund einer Verletzung passen musste. Das würfelte die Aufstellung von Rob Pallin mächtig durcheinander. Es galt zu hoffen, dass sich die neuen Sturmpartner schnell genug finden, um die Punkte in Kaufbeuren zu halten.

Dynamische Startphase beider Teams, mit seltenen Verschnaufpausen, aber keine Mannschaft kann sich bisher deutlich hervorheben. In der sechsten Minute dann aber die erste gute Möglichkeit für die Gäste, Andreé Hult schließt aus sehr vielversprechender Position ab, zieht aber knapp am Pfosten vorbei. Die Wölfe jetzt mit leichter, optischer Überlegenheit und das zahlt sich in der achten Spielminute auch aus. Chad Bassen allein gegen die gesamte Kaufbeurer Hintermannschaft, er lässt alle stehen inklusive Joker Keeper Jan Dalgic und es steht 0:1. Bittere Pille für den ESV, bei dem in den Folgeminuten nicht viel zusammen geht. Die elfte Minute läuft und sie bringt die erste Großchance für Rotgelb. Schöne Kombination über Branden Gracel, der das Hartgummi auf Youngster Justus Meyl ablegt. Das Tor ist frei, aber der Winkel zu spitz und die Scheibe rauscht vorbei. Direkt danach, schießt Tobi Wörle freistehend in Richtung Benjamin Meisner, der aber parieren kann. Die Joker kommen wieder besser in die Partie und auch zu ihrem ersten Überzahlspiel, weil Christian Billich wegen Stockschlags des Feldes verwiesen wird. Das Powerplay findet für den ESVK zwar fast komplett in der Angriffszone statt, aber es kommt nichts Zählbares dabei heraus. Danach dürfen dann die Freiburger in Minute 15 ihr Glück in Überzahl versuchen, was ihnen auch fast den zweiten Treffer bringt. Cam Spiro mit dem Hammer, aber der Puck schmettert an den Außenpfosten. Das Spiel ist in der Folge völlig ausgeglichen und die Joker in den letzten beiden Minuten vor der Pause, dem Ausgleich sehr nah. Tobi Wörle schön auf Branden Gracel im Slot, doch wieder geht die Scheibe wenige Zentimeter daneben. Julian Eichinger und Sami Blomqvist dann auch noch mit hervorragenden Einschussmöglichkeiten, aber Meisner bleibt zweimal Sieger. Mit knappem Rückstand geht es für den ESVK zum Pausentee.

Wieder kommen beide Mannschaften mit viel Schwung aus der Kabine und suchen schnell den Abschluss. Dann Strafe gegen Tobi Wörle, doch Cedric Schiemenz die DEL Leihgabe der Wölfe folgt ihm Sekunden später auf die Strafbank. Viel Platz also auf dem Eis und das bringt in Minute 24 und 25 einige Chancen mit sich. Branden Gracel gefährlich vom Bullypunkt und Benjamin Meisner bekommt den Puck auf die Maske. Auf der anderen Seite tankt sich wieder Chad Bassen sehenswert durch, aber diesmal ist bei Dalgic Endstation. Dann wird Branden Gracel mit einem langen Pass von Hinten auf die Reise geschickt, doch Freiburgs Keeper lässt sich nicht verladen. Die Situation zieht aber eine erneute Strafe gegen die Gäste hinterher. Kaufbeuren mit einem Mann mehr auf dem Eis, und Denis Pfaffengut kann sich bei einem freien Schuss die Ecke quasi aussuchen, nagelt den Puck aber zentral auf die Schoner von Meisner. Jetzt die Joker sogar eine knappe Minute mit zwei Mann mehr, weil Freiburgs Neher eine Strafe wegen hohen Stocks kassiert. Tyler Spurgeon passt auf Julian Eichinger, der weiter auf Gracel, aber der Wölfe Goalie mit dem Mega Save. Man will als Joker Fan schon verzweifeln, da fällt der erlösende Treffer. Eichinger schießt von der Blauen Linie, Meisner kann nur abprallen lassen und Branden Gracel verwandelt den Nachschuss in der 28. Minute endgültig zum 1:1. Kurz nach dem Ausgleich läuft Cam Spiro auf das Joker Tor zu und findet seinen Meister in Jan Dalgic. Die Gäste aber wieder mit Aufwind und einigen guten Einschussmöglichkeiten. Das Tor fällt aber für die Hausherren. Freiburg bekommt die Scheibe nicht ordentlich aus der eigenen Zone und die Kaufbeurer Jugend nutzt das schamlos aus. Max Oswald nimmt die Scheibe auf und bedient Philipp Krauß mustergültig zur 2:1 Führung nach 30 Minuten. Es geht Schlag auf Schlag, Freiburg mit dem Powerplay nach Strafe gegen Kaufbeuren und es brennt teilweise lichterloh vor Dalgic. Alles was Rotgelb trägt wirft sich vor den eigenen Kasten und verhindert somit das Gegentor. In der 34. Minute darf der ESVK wieder im Powerplay ran, weil Andreé Hult seine Nerven nicht im Griff hat. Die ESVK Fans müssen zwar zu Kenntnis nehmen, dass zu allem Übel jetzt auch noch Sami Blomqvist verletzt vom Eis muss, können sich aber über den nächsten Treffer ihrer Mannschaft freuen. Branden Gracel spielt schön vors Tor, wo Joey Lewis nur noch den Schläger reinhalten muss um Benjamin Meisner zum 3:1 zu überwinden. Fünf Minuten verbleiben noch im Mitteldrittel und die Gäste sind am Drücker. Marc Wittfoth taucht völlig alleingelassen vor Dalgic auf und der kann sowohl dessen Abschluss, als auch den knallharten Nachschuss von Hagen Kaisler parieren. Die Joker lauern auf Konter und der blendend aufgelegte Branden Gracel hat den nächsten Treffer auf der Kelle, doch Meisner hält seine Farben mit Erklingen der Pausensirene im Spiel.

Das letzte Spieldrittel läuft und der ESVK gleich mit einer Topchance durch Joey Lewis aus kurzer Distanz, sein Schuss aber zu zentral. Dann müssen die Joker eine Unterzahl überstehen, spielen aber ein konsequentes Penaltykilling. In der 46. Minute Denis Pfaffengut in der Angriffszone mit dem schnellen Pass auf Tyler Spurgeon und der chipt den Puck ohne Ansatz zum 4:1 in die Maschen. Das Spiel bleibt weiter hart umkämpft, Andreé Hult könnte verkürzen, scheitert aber am starken Dalgic. Genauso Philipp Krauß mit einem Break und der Rückhand an Benjamin Meisner. Dann fällt der zweite Treffer der Gäste und der ist alles andere als unstrittig. Gregory Saakyan fährt mit vollem Tempo in Jan Dalgic und bringt ihn dadurch zu Fall, alle warten auf den Pfiff des Schiedsrichters, aber der kommt nicht. Die Wölfe nutzen diese Verwirrung und treffen durch Chad Bassen zum 4:2 in der 52. Minute. Die Joker lassen sich dadurch nicht aus der Spur bringen und geben zwei Minute später, in Überzahl die perfekte Antwort. Tic Tac Toe über Max Lukes, Joey Lewis und den starken Philipp Krauß und es steht 5:2. Es kommt noch dicker für die Gäste. Fabian Voit behauptet sehr gut die Scheibe im Freiburger Drittel, Tyler Spurgeon kommt ihm zu Hilfe, am Ende wird Tobi Wörle freigespielt und der verwandelt eiskalt zum 6:2, fünf Minuten vor dem Spielende. Die Wölfe verlieren jetzt leider zusehends die Nerven, belegen nonstop die Strafbank und so kann der ESVK seine Führung souverän bis zur Schlusssirene verwalten. Vor allem die Jungen Spieler heimsen nach dem Spiel, völlig zurecht, viel Lob ein. Mit einer Serie von vier Siegen in Folge im Gepäck, geht es für Kaufbeuren ins nächste Jahr.