Kaum Apothekenschließungen wegen Coronavirus

Bundesweit haben bislang nur 30 der etwa 19.000 Apotheken wegen Coronainfektionen oder Verdachtsfällen unter den Beschäftigten zeitweise schließen müssen. Damit blieben 99,8 Prozent aller Apotheken geöffnet, berichtet „NDR Info“ nach einer Befragung unter den 17 Landesapothekerkammern. Vereinzelt gab es zudem Infektionsfälle bei Mitarbeitern, die zur Quarantäne der Betroffenen und einiger Kollegen führten, nicht aber zu einer Schließung der Apotheke.

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Zahlen dazu gibt es aber nicht. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA sieht in der hohen Versorgungsquote einen Erfolg der frühen und umfassenden Schutzmaßnahmen sowie der hohen Qualifikation des Apothekenpersonals. Die Beschäftigten von Apotheken gelten zusammen mit medizinischem Personal und Pflegekräften als besonders gefährdet, weil sie Infizierten häufig ausgesetzt sein dürften.

Dennoch gab es unter ihnen kaum Erkrankungen. Das Personal sei gewohnt, „mit besonderen Risikosituationen in Apotheken umzugehen und konnte deswegen sehr schnell auch eigene Schutzmaßnahmen ergreifen“, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt „NDR Info“. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen sei man da „einfach besser ausgebildet und qualifizierter“ und könne auch „selbstverantwortlich besser handeln“. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein, Brandenburg, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt musste den Zahlen zufolge keine einzige Apotheke coronabedingt schließen.

In Niedersachsen, Westfalen-Lippe und Sachsen blieben 99,9 Prozent am Netz. Im Saarland (eine von 285 Apotheken), in Bayern (elf von 3.062) und Hessen (sechs von 1.437) mussten dagegen mit 0,4 Prozent überdurchschnittlich viele Apotheken wegen Infektionen zeitweise geschlossen werden, teilten die Landesapothekerkammern dem NDR mit. In Hamburg waren es 0,5 Prozent (zwei von 394 Apotheken). Jede temporäre Schließung muss den Kammern gemeldet werden und wird nur aus wichtigen Gründen genehmigt.