Keller kritisiert Verantwortliche der Sommermärchen-Affäre

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Fritz Keller, hat die Verantwortlichen im DFB für ihren Umgang mit der sogenannten Sommermärchen-Affäre rund um die Vergabe der WM 2006 an Deutschland scharf kritisiert. „Aus der Distanz konnte der Eindruck entstehen, dass immer nur das eingeräumt wurde, was bereits geleakt worden war. Das war in der Tat nicht besonders glaubwürdig, und hier hätte größere Transparenz sicher geholfen“, sagte Keller der Wochenzeitung „Die Zeit“.

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Am 9. März stehen die früheren DFB-Chefs Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie der frühere Generalsekretär Horst R. Schmidt in Zürich vor Gericht. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft erhob im August 2019 Anklage gegen die ehemaligen Funktionäre, ihnen wird Betrug in Mittäterschaft (Zwanziger und Schmidt) sowie Gehilfenschaft zu Betrug (Niersbach) angelastet. „Juristisch betrachtet gilt jedoch die Unschuldsvermutung“, so Keller.

Man habe auch intern versucht, „den Dingen auf den Grund zu gehen“. Er wolle da nicht ins Detail gehen, „aber offensichtlich ist da etwas grundsätzlich schiefgelaufen“. Verdrängen helfe da nicht. Die Auswirkungen der Affäre reichten weit über den Fußball hinaus.

„2006 war ich mit meinen Söhnen im Stadion, überall, wo wir hinkamen, herrschten Euphorie und Lebensfreude“, so Keller. „Wir haben so lange gewartet, dieses Bild vom lebensfrohen, fröhlichen Deutschen zeigen zu können. Das alles wurde durch ein paar wenige kaputt gemacht und diese wenigen sollten endlich mal offenlegen, welchen Anteil sie daran haben. Das erwarte ich jenseits des Prozesses, denn sie haben nicht nur dem Fußball, sondern auch unserem Land Schaden zugefügt.“