Kempten Sharks gewinnen tolles Allgäu-Derby in Buchloe

Ein beeindruckender Kampf der Pirates wird nicht belohnt. Der ESV Buchloe unterliegt im Derby zu Hause gegen den Tabellenführer Kempten nach einem sehenswerten Allgäu-Derby.

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Symbolbild

 

Einen packenden und intensiven Schlagabtausch bekamen am frühen Sonntagabend knapp 350 Zuschauer im Allgäu-Derby zwischen dem ESV Buchloe und dem ESC Kempten geboten. Und trotz der am Ende knappen und unglücklichen 5:7 (1:2, 2:0, 2:5) Heimniederlage dürfte nach 60 hochklassigen Minuten keiner der beiden Fanlager enttäuscht nach Hause gegangen sein. Immerhin hielt das Spitzenspiel der Landesliga zwischen dem Tabellenführer Kempten und den viertplatzierten Pirates das, was man sich im Vorfeld versprochen hatte. Nur das Ergebnis stimmte am Ende aus Buchloer Sicht nicht, sodass man nach zuletzt fünf Erfolgen in Serie erstmals wieder eine Niederlage einstecken musste. Dennoch konnten die Freibeuter erhobenen Hauptes vom Eis gehen, da man dem Spitzenreiter einen aufopferungsvollen Fight geboten hatte. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil wir überragend gekämpft haben“, meinte auch ESV-Trainer Alexander Wedl.

Schon vom Start weg entwickelte sich ein temporeiches Duell auf Augenhöhe, in dem zunächst die Gäste den offensiv etwas kompakteren Eindruck machten. Zwar konnte ESV-Keeper Arion Martinaj den ersten Alleingang von Adrian Kastel-Dahl noch mit dem Schoner entschärfen (7.), doch kurz darauf war auch er geschlagen, als Alexander Henkel im Powerplay zum 0:1 traf (8.). Auch auf den Ausgleich durch Michal Telesz nach 14 Minuten hatten die Sharks umgehend die passende Antwort, da Tobias Epp nur eine Zeigerumdrehung später den ESC erneut in Front brachte. So gingen die Kemptener nicht unverdient mit einer 1:2 Führung in die erste Pause.

Doch nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt. Die Hausherren kamen nun ein ums andere Mal zum Abschluss und belohnten sich schließlich durch Simon Beslic auch verdientermaßen mit dem Ausgleich in Überzahl (26.). Und gerade einmal drei Minuten später drehte Michal Telesz mit seinem zweiten Treffer das Spiel. Er traf zum 3:2, bei dem der Kemptener Schlussmann Martin Niemz nach einer Bogenlampe nicht ganz so gut aussah. Gegen Drittelmitte wurde es dann voll auf den Strafbänken, vor allem auf Buchloer Seite. Die Schiedsrichter pfiffen nun relativ kleinlich und so spielten die Buchloer ab der 30. Minute ganze neun Minuten lang durchgehend in Unterzahl – darunter minutenlang auch mit zwei Mann weniger auf dem Eis. Aber die Freibeuter werten sich mit unglaublichem Kampfgeist und überstanden die nummerische Unterlegenheit tatsächlich schadlos. „Wir haben heute ein überragendes Unterzahl gespielt“, zollte auch Wedl seinen Schützlingen für das kräfteraubende und disziplinierte Penaltykilling Respekt.

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Im letzten Durchgang kamen die Kemptener aber schließlich doch zum 3:3, als abermals Henkel mit einem verdeckten Schuss zum Ausgleich einnetzte (45.). Und es sollte noch schlimmer kommen, da unmittelbar im Anschluss Maximilian Schorer mit einer Spieldauerstrafe vorzeitig vom Eis musste. Die daraus resultierende fünfminütige Unterzahl überstand der ESV aber wiederum unbeschadet und konnte währenddessen sogar selbst wieder in Front gehen. Der pfeilschnelle John Boger war energisch davongezogen und hatte per Shorthander zum 4:3 vollendet (50.). Die Halle tobte nun, doch genau mit Ablauf der Unterzahl glichen die Haie durch einen von Kastel-Dahl abgefälschten und somit unhaltbaren Schuss zum 4:4 aus (51.). Und das 4:5 durch David Hornak 15 Sekunden später war dann der Genickbruch für die Gastgeber. Denn nach diesem Doppelschlag konnten die Piraten nicht mehr zurückschlagen, auch weil man nach den zahlreich verhängten Strafzeiten jetzt verständlicherweise auch kräftemäßig Tribut zollen musste. So glückten den Gästen in der Schlussminute durch zwei Empty-Net Tore durch Ex-Pirat Patrick Weigant ins verwaiste Buchloer Gehäuse sogar noch die Treffer sechs und sieben, während Sekunden vor dem Ende auch die Buchloer noch einmal durch Robert Wittmann erfolgreich waren.

Am Ende stand somit in einer Partie, die eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte, eine denkbar unglückliche 5:7 Heimniederlage auf der Anzeigetafel, nach der sich die nie aufsteckende Buchloer Mannschaft aber dennoch den verdienten Applaus des Publikums für einen beeindruckenden Fight abholen durfte.

chs