Kinderärzte kritisieren zu geringe Impfbereitschaft bei Erwachsenen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, sieht mit Blick auf die Schulöffnungen nun Erwachsene am Zug, sich impfen zu lassen. „Auf ihnen liegt die enorme Verantwortung, mit einer Impfung die Menschen zu schützen, die sich nicht schützen können“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). „In der ersten Phase der Pandemie war es umgekehrt – da mussten die Jüngeren viele Entbehrungen in Kauf nehmen, um Ältere zu schützen. Sie müssen sich nun revanchieren.“

Kinderaerzte Kritisieren Zu Geringe Impfbereitschaft Bei ErwachsenenLeere Kabine in einem Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

Das Impftempo bereite ihm deswegen Sorgen. „Dass die Zahl der Impfungen seit Wochen zurückgeht, finde ich besorgniserregend und ein fatales Signal an die junge Bevölkerung“, sagte er.

Unter den vorherrschenden Bedingungen sei ein geregelter Schulstart aber immer noch die bessere Option, als die Schulen geschlossen zu halten. „Es werden sich auch Kinder und Jugendliche in Schulen anstecken“, sagte Dötsch. „Aber das gesundheitliche Risiko einer Infektion ist geringer als jenes durch Erkrankungen wie einer Essstörung und Depression, denen Kindern ausgesetzt sind, die nicht in die Schule können.“ Das Schließen der Schulen könne deswegen nur „Ultima Ratio“ sein, wenn alle anderen Bereiche des öffentlichen Lebens ebenfalls geschlossen werden.