Kindesmissbrauch | BGH weist Revision zurück – Urteil gegen Augsburger Kinderarzt Harry S. rechtskräftig

Wegen des Missbrauchs von 20 Jungen war der Augsburger Kinderarzt Harry S. zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Sein Anwalt legte gegen den Schuldspruch vor dem BGH Revision ein, welche nun mit einer Ausnahme verworfen wurde.

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Archivfoto: Wolfgang Czech

Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Augsburger Kinderarztes Harry S. gegen das Urteil der 3. Strafkammer des Landgerichts Augsburg vom 29.01.2019 bis auf den Ausspruch über das Berufsverbot verworfen. Damit ist das Urteil des Landgerichts, soweit der Angeklagte u.a. wegen zahlreicher Fälle des (schweren) sexuellen Missbrauchs von Kindern, der Vergewaltigung und des Sichverschaffens von kinderpornographischen Schriften mit Realitätsgehalt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Jahren 9 Monaten verurteilt und daneben die Sicherungsverwahrung angeordnet wurde, rechtskräftig.

Lediglich hinsichtlich der Anordnung des lebenslangen Berufsverbots hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und ließ das Berufsverbot wegfallen.

Mindestens 20 Buben wurden zu seinen Opfern

Harry S. war bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2014 als angesehener Kinderarzt in der Kinderklinik Augsburg, aber auch an der Medizinischen Hochschule Hannover und in München tätig. In seiner Freizeit brachte er sich als Arzt beim Roten Kreuz ein. Doch er führte ein Doppelleben. Er war nicht nur der freundliche und beliebte Doktor, auch ein Sexmonster war er. Über Jahre hinweg hatte er Buben missbraucht. Je häufiger er sich an den Kindern verging, umso rücksichtsloser und brutaler ging er dabei vor. Unter Versprechungen hatte er die 20 Jungen in nahe Gebäude gelockt und dort missbraucht. 2014 hatte er dann einen fünfjährigen Buben im niedersächsischen Garbsen sogar in seine Wohnung nach Hannover entführt. Er narkotisierte ihn und verging sich dort an ihm.

Bereits 2016 war Harry S. für diese Taten in Augsburg verurteilt worden. Das damalige Urteil über 13 Jahre und 6 Monate hob der Bundesgerichtshof auf und gab den Fall zurück. Das akutell Urteil ist nun aber rechtskräftig.