Klimacamp neben dem Augsburger Rathaus wird doch fortgesetzt

Einige Tage hatte es so ausgesehen, als würde das Klimacamp neben dem Augsburger Rathaus nach 2,5 Jahren abgebaut werden, nun geht es dort doch weiter.Klimacamp 111.Jpg

„Heute treffen wir die Entscheidung, das Klimacamp nach 2,5 Jahren abzubauen.“ Mit diesen Gedanken und gemischten Gefühlen gingen viele von Augsburgs Klimacamper am gestrigen Freitag in ihr basisdemokratisches Zukunftsplenum.

Mitte Januar werden große Teile der Augsburger Klimagerechtigkeitsbewegung nach Nordrhein-Westfalen gehen, um sich für das Dorf Lützerath einzusetzen. Lützerath soll abgebaggert werden, um einem Braunkohletagebau zu weichen.  Die Aktivisten konnten die „Verteidigung Lützeraths“ und die Campbetreuung nicht dauerhaft kombinieren.

Doch nun wird es doch weitergehen. In den letzten Tagen hätten sich nach Auskunft der Bewegung allerdings neue Menschen gemeldet, die vor Ort aktiv werden wollen. Die seit 1. Juli 2020 bestehende Dauerversammlung auf dem Fischmarkt neben dem Rathausplatz wird auch über ihren 913. Tag hinaus im Jahr 2023 weiterbestehen. „Wir würden uns wünschen, dass sich noch viel mehr Leute diesen Ruck geben. Was die Welt braucht, ist ein Augsburg mit 300.000 Klimaaktivist/innen!“, so Klimacamp-Sprecher Ingo Blechschmidt (34).

Das Ergebnis des Plenums des Klimacamps bedeutet noch nicht, dass die Zukunft des
Camps sicher ist. Es herrscht aber derzeit wieder mehr Zuversicht, als es noch vor Weihnachten der Fall war. Julius Natrup: „Wir haben internen und externen Herausforderungen zu begegnen und müssen dringend daran arbeiten, neuen Menschen den Einstieg bei uns zu erleichtern und auch für alle Klimacamper*innen eine attraktive Dauerdemonstration zu sein. Zu gegebener Zeit werden wir uns zusammensetzen und erneut diskutieren, ob uns das gelungen ist.“