Klinikverbund Allgäu schlägt Alarm: Eingriffe und Behandlungen müssen verschoben werden

Der Klinikverbund Allgäu schlägt „Corona“-Alarm. Wie der Schwerpunktversorger mitteilte, müssen aufgrund der Auslastung andere Eingriffe und Behandlungen verschoben werden.

Klinikum Kempten Notaufnahme 17082017 Foto Hilarmont
Klinikum Kempten Von © Hilarmont (Kempten), CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61741315

Im Klinikverbund Allgäu wurde bereits der Höchststand an COVID-Patienten der dritten Corona-Welle erreicht und die Zahlen steigen täglich. Insbesondere die hohe Auslastung der Intensivbetten im Allgäu und in ganz Süddeutschland beunruhigt die Intensivmediziner sehr und führt die Kliniken im Allgäu näher an den Zustand, bei dem in einer nächsten Eskalationsstufe Notbetriebe für Intensivpatienten eingerichtet werden müssten.
Im Allgäu und auch innerhalb Südbayerns ist es aufgrund voller Klinikbetten derzeit praktisch nicht mehr möglich, Corona-Patienten zu verlegen.

Beim Klinikverbund Allgäu hat man deshalb bereits Maßnahmen ergreifen müssen: „Aufgrund der weiter steigenden Zahlen an Covid-19-Patienten müssen wir leider Eingriffe und Behandlungen verschieben, durch deren Verschiebung keine medizinischen Nachteile entstehen. Alle anderen dringlichen Eingriffe und Behandlungen, die nichts mit Corona zu tun haben, können in der gegenwärtigen Situation so sichergestellt werden.“

In den Kliniken müssen immer mehr Bereiche auf den Normalstationen umfunktioniert werden, um die große Anzahl an Covid-19-Patienten behandeln zu können. Auch die Intensivstationen sind komplett ausgelastet und sind an der Kapazitätsgrenze angekommen. Besonders angespannt ist die Situation am Klinikum Kempten und an der Klinik Immenstadt. Für die beiden Kliniken bedeutet die fachgerechte Versorgung der hohen Anzahl an COVID-Patienten/innen einen erheblichen personellen Mehraufwand, nicht zuletzt weil nur in hygienisch sicherer Schutzkleidung am Patienten gearbeitet werden kann.

„Wir bitten Sie eindringlich, sich Impfen zu lassen, sich an die AHA-Regeln zu halten und in unseren Kliniken FFP2-Masken zu tragen! So helfen Sie mit, die Lage wieder in den Griff zu bekommen.“, appelliert der Verbund.

Besuchsverbot in den Klinikstandorten

Vor dem Hintergrund der aktuell sehr hohen COVID19-Infektionszahlen im Allgäu sind Besuche in den Klinikstandorten Mindelheim, Ottobeuren, Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf bis auf weiteres nicht mehr möglich.

Das Betreten der Klinik ist nur in folgenden Ausnahmefällen erlaubt.
 

  • Begleitung von minderjährigen Patienten, die sich aktuell in Behandlung befinden, durch ein Elternteil.
  • Begleitung von Patienten unserer Palliativstation und in Sterbesituationen.
  • Begleitung von Patienten, mit denen aufgrund einer entsprechenden Erkrankung (wie z.B. Demenz) eine Kommunikation erschwert oder nicht möglich ist.
  • Sonstige therapeutische oder medizinisch notwendige Besuche, die vorab mit dem zuständigen Arzt abgesprochen wurden.
  • Geburt eines Kindes: Anwesenheit des Vaters oder einer sonstigen engen Bezugsperson. Bitte beachten Sie die speziellen Besuchsregelungen der Wöchnerinnenstation.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Ausnahmen die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske und  zwingend einen Impf- bzw. Genesenen-Nachweis, ein negatives Testergebnis einer offiziellen Teststelle (Antigen-Schnelltest), welches für maximal 24 Stunden gültig ist oder einen negativen PCR-Test mit einer Gültigkeit von 48 Stunden, keine Selbsttests gilt.

Darüber hinaus gilt das Gebot, nach Möglichkeit durchgängig einen Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten.