KMK-Chefin zieht gemischte Bilanz des Corona-Jahres

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD), hat eine gemischte Bilanz des bisherigen Krisenmanagements der Kultusminister in der Coronakrise gezogen. Die Ministerien, die Schulaufsicht und die Schulen hätten sich „enorm angestrengt“, um alle gut durch die Krise zu führen, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin in einem Podcast des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Aber klar sei auch: „Eine Eins ist das nicht“, räumte die SPD-Politikerin ein.

Kmk Chefin Zieht Gemischte Bilanz Des Corona JahresCorona-Hinweis an einer Schule, über dts Nachrichtenagentur

„Das können Sie auch nicht schaffen in so einer Situation. Da können Sie die Dinge nicht perfekt regeln.“ Hubig sagte: „Die Situation, wie sie in dieser Krise, in dieser Pandemie war, die haben wir alle noch nicht erlebt in unserem ganzen Leben.“ Man habe keine Blaupause und keinen Ablaufplan dafür gehabt, sondern wirklich jeden Tag wieder neu entscheiden müssen. An die Kultusminister seien im Verlauf der Krise auch viele praxisferne Vorschläge herangetragen worden, so die KMK-Präsidentin. „Viele Ideen, die uns als glorreich präsentiert wurden, waren welche, die wir schon lange durchdacht und auch verworfen hatten“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz. „Und dazu gehörte auch diese Idee, Grundschüler in Kneipen zu setzen, und sie da zu unterrichten.“ Der Vorschlag, Schüler in anderen Räumen zu unterrichten, sei auch in höheren Klassen nicht praktikabel, so die Bildungsministerin. „Wenn Sie eine weiterführende Schule haben, dann haben Sie eine Klasse – und die Klasse hat nicht einen Lehrer oder eine Lehrerin. Sondern die Klasse hat in der ersten Stunde Deutsch und in der zweiten und dritten Stunde Mathe und in der vierten Stunde irgendwas anderes mit immer einer anderen Lehrkraft.“ Hubig fuhr fort: „Und wie soll ich so eine Klasse in eine Kneipe oder Gastwirtschaft oder ein Museum setzen, wo dann immer die Lehrer hin und her rennen? Das können Sie nicht organisieren.“ Die KMK-Chefin kündigte unterdessen an, dass die Kultusminister noch vor der Runde der Ministerpräsidenten am 5. Januar darüber beraten wollen, wie es an den Schulen weitergeht. „Wir als Kultusministerkonferenz werden vorher noch mal beraten“, so Hubig. Dabei müsse in den Blick genommen werden, wie sich die Infektionszahlen bis dahin entwickelt hätten.