Knapp 95 Mio. Euro sind nicht genug – Warnende Worte in der Hauptversammlung des FC Augsburg

Der FC Augsburg hatte seine Mitglieder zur ordentlichen Jahreshauptversammlung geladen. Eines wurde an diesem Abend wieder einmal schmerzlich klar, der FCA ist auch im neunten Jahr seiner Bundesligazugehörigkeit noch einer der kleinen Vereine.

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Foto: Wolfgang Czech

Der FC Augsburg konnte auf der Jahreshauptversammlung am Montag für seine KGaA, die die Profis verantwortet einen Jahresumsatz von fast 95 Mio. Euro ausweisen. Rund 10 Mio. Euro gewinn standen für das Geschäftsjahr 2018/19 in den Büchern. Zum achten Mal in Folge konnte man schwarze Zahlen schreiben. 2019 09 16 Fca Mitgliederversammlung – 41.Jpg

Stolze Beträge und doch warnte der kaufmännische Geschäftsführer Michael Ströll, dass man mit diesem Budget noch immer deutlich am unteren Ende der Bundesligatabelle zu finden ist. Bei den Personalaufwendungen lag man nach Strölls Ausführungen sogar auf dem letzten Platz. Der Etat müsse sich weiter deutlich steigern, wenn man dauerhaft im Konzert der Großen mitspielen möchte. Der erneute Klassenerhalt in der Vorsaison steht so beleuchtet in einem anderen Licht, als in der einfachen Draufsicht.

Hofmann mahnt zur Besserung

Doch nicht nur den Fans, sondern auch Präsident Klaus Hofmann ist dieser Meinung. In seiner Rede mahnte er, dass die schwache Punkteausbeute der letzten eineinhalb Jahre sich so wohl nicht mehr wieder holen dürfte. Weniger als ein Punkt je Spiel waren es in diesem Zeitraum im Schnitt gewesen und doch hatte man die Klasse gehalten. Mit Nürnberg, Hannover, dem HSV und Stuttgart mussten in dieser Phase Clubs ins Unterhaus absteigen, die überwiegend deutlich bessere wirtschaftliche Voraussetzungen hatten.

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Hofmann fordert eine deutlich bessere Punkteausbeute ein Foto: Wolfgang Czech

Doch nicht nur bei den Profis sieht Hofmann Verbesserungspotential. Auch das Abschneiden der Nachwuchsteams muss aus seiner Sicht deutlich besser werden.

Aufsichtsrat: Bergfreund setzt sich gegen aktiven Fan durch

Doch es wurde nicht nur auf die Vergangenheit geschaut, die FCA-Mitglieder waren zur Wahl aufgerufen. Ein neues Aufsichtsratsmitglied wurde nach dem überraschenden Tod von Peter Bircks gesucht. Gewählt wurde der 59-jährige Manfred Ringer von den Ski-und Bergsportfreunden. Ringer ist Leiter der schwäbischen Geschäftsstelle des Bayerischen Fußball-Verbandes und war bereits einige Jahre in der Vergangenheit für den FC Augsburg tätig. Ringer setzte sich gegen den Kandidaten der aktiven Fanszene, den Stätzlinger Steuerberater Dirk Weißinger durch. 535 der 892 Stimmen entfielen auf Ringer. Deutlicher war das Ergebnis bei einer anderen Abstimmung. Peter Bircks, der über viele Jahre als Präsident, Geschäftsführer und Aufsichtsrat beim FCA Verantwortung getragen hatte wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.