Nur wenige Stunden nach dem Amoklauf eines 18-jährigen in München, waren in Königsbrunn selbst die Polizeibeamten kurz mal richtig sprachlos, die ja sonst einiges gewohnt sind. Drei Jugendlich hatten „jetzt machen wir mal einen Amoklauf!“ verkündet.polizei

Anlass des Polizeieinsatzes war die Mitteilung der Verkäuferin eines Geschäftes für Kinderwaren in der Hunnenstraße am Samstagnachmittag. Sie hatte an drei Jugendliche Spielzeugwaffen, sogenannte Softairpistolen, verkauft. In diesem Fall Luftdruckpistolen, mit denen man kleine Kunststoffkugeln verschießen kann und die wegen der geringen Geschossenergie ab 14 Jahren legal zu erwerben sind und von echten, scharfen Waffen nur schwer zu unterscheiden sind. Die Jugendlichen waren dunkel gekleidet und begannen schon vor dem Geschäft, aufeinander zu schießen und gingen dann mit der – vermutlich lustig gemeinten – Bemerkung weiter „jetzt machen wir mal einen Amokauf!“.

Die mit diesem Einsatz beauftragte Streifenbesatzung stellte die drei Jugendlichen dann einige Straßen weiter in einem Wohngebiet fest, wie sie sich gerade gegenseitig die Waffen direkt an den Kopf hielten. Für die Beamten war die Situation kritisch, da sie nicht auf Anhieb erkennen konnten, ob es sich nun tatsächlich um Spielzeugwaffen oder um echte Schusswaffen handelte. Die zwei 16-Jährigen und ein 17-Jähriger wurden nach strenger Aufforderung, die Waffen abzulegen, zur Dienststelle verbracht und nach einer deutlichen Ansage den hinzugerufenen Eltern übergeben. Es bleibt den Beamten ein Rätsel, wie man einen Tag nach den unfassbaren, tödlichen Schüssen eines Amokläufers im nahegelegenen München auf eine dermaßen „gute Idee“ kommen kann, in der Öffentlichkeit ein Schusswaffenszenario zu spielen. Die drei zeigten sich aber wenigstens einsichtig und mussten sich auch von den Eltern noch deutliche Worte anhören.