Können Teile der Herrenbach-Bäume doch stehen bleiben?

Beinahe 100 Bäume sollen am Augsburger Herrenbach aus Gründen des Hochwasserschutzes gefällt werden. Zahlreiche Proteste und Unmutsäußerungen aus der gesamten Stadt schwappen seit dem Tag der Ankündigung durch die Stadt. Eine Woche nachdem die Arbeiten begonnen haben, hat Umweltreferent Reiner Erben nun wohl neue Informationen erhalten. Ist die Fällung der Bäume überhaupt wie geplant möglich?

2018-06-04-Demo-Baumfällung-–-30-1 Können Teile der Herrenbach-Bäume doch stehen bleiben? Augsburg Stadt News Newsletter Politik Augsburg Herrenbach Reiner Erben | Presse Augsburg
Foto: Wolfgang Czech

Auch am gestrigen Montag hatten sich im Augsburger Stadtteil Herrenbach Proteste gegen die Baumfällungen am namens gebenden Lechkanal formiert. Auch Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) war vor Ort. Von einer Frau wurde er eindringlich gebeten, die Arbeiten einstellen zu lassen und sich die Demonstranten anzuhören. Dies lehnte Erben ab, er könne die Arbeiten nicht stoppen.

Wenig später hörte sich das Ganze schon wieder etwas anders an.  So informierte der Referent, dass ihm neue Erkenntnisse vorliegen.Das baubgeleitende Fachbüro hätte ihn darauf hingewiesen, dass die geplante Fällung der 96 Bäume die Vernetzung des natürlich gewachsenen Lebensraums am Herrenbach aus dem Gleichgewicht bringen würde. Es würde danach nicht mehr funktionieren. Nun drängt Erben auf ein unabhängiges Gutachten, dass er möglichst noch vor der Sommerpause vorliegen haben möchte. Eine derart lautende Forderung aus der Bürgerschaft wurde nach unseren Informationen im Vorfeld ausgeschlagen, nun kommt das Gutachten wohl doch.

Hätten die Bäume so nicht gefällt werden dürfen?

Mit den neuen Informationen stehen weitere Frage im Raum: Hätten die Bäume am Herrenbach gefällt werden dürfen? Warum wurde ein entsprechendes Gutachten nicht im Vorfeld eingeholt und wer trägt die Verantwortung, wenn die Aktion nicht hätte durchgeführt werden dürfen?