Kommentar | Nichts ist von Dauer – Bundestrainer Löw sollte gehen, aber nicht nur er

Das 0:6 gegen Spanien war der negative Höhepunkt einer lange andauernden Abwärtsspirale, in der die Fußballnationalmannschaft steckt. Ein Abschied von Bundestrainer Löw müsste kommen, aber nicht nur der. Dies meint zumindest Presse Augsburg-Redaktionsleiter Dominik Mesch.

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Symbolfoto | Bild von M. H. auf Pixabay

Herr Löw hatte gute Zeiten und seine Verdienste. Doch nichts ist von Dauer. Er sollte nun selbst den Wechsel einleiten, um nicht den Restglanz seiner Taten zu ruinieren. Er hat den Weltmeistertitel 2014 geholt, dies sollte nicht vergessen werden. Der DFB hat aber grundlegende Probleme in dieser Thematik: Die Wunschkandidaten sind noch über 3 Jahre in München (Hansi Flick) bzw. der Topkandidat 4 Jahre in Liverpool (Jürgen Klopp) unter Vertrag.

Zwei Probleme könnte aber auch ein neuer Trainer nicht lösen:

  1. Das Spielermaterial ist bei weitem nicht nur Weltniveau. Dies würde sich auch bei einer Rückkehr der Verstoßenen nicht ändern. Hummels, Boateng und Müller würden die Qualität aber deutlich heben.

2. Der Direktor bliebe mit Oliver Bierhoff der Gleiche. Wer Löws Abschied fordert darf nicht den für die Nationalmannschaft verantwortlichen Funktionär vergessen. Der einstige Stürmer hat durch komisch anmutende Entscheidungen („Die Mannschaft“) und eine Nibelungentreue zum „Bundes-Jogi“ nicht immer eine glückliche Figur abgegeben. Auch ein Konzept für die inzwischen 14 Jahre andauernde Ära Joachim Löw scheint nicht vorzuliegen. Der Plan B fehlt. Der Fußballverband steht vor einem Neuanfang, spätestens nach der Europameisterschaft, sollte man sich qualifizieren.