Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises Oberallgäu diskutierten Verantwortliche aus Städten und Gemeinden das Für und Wider einer gemeinsamen Energiegesellschaft. Das Ergebnis war eine klare Willensbekundung.

Was den Klimaschutz und die Energiewende angeht, herrscht im Landkreis Oberallgäu Aufbruchstimmung. Das bewies einmal mehr die große Resonanz auf die dritte Kommunale Klimaschutzkonferenz dieses Jahres, die auf Einladung von Landrätin Indra Baier-Müller im November im großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Sonthofen stattfand. Über 30 Vertreter aus 23 Oberallgäuer Städten und Gemeinden hatten sich zum Treffen zusammengefunden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Landkreis und seine Kommunen im Hinblick auf Klimaschutz und Energieversorgung zukunftssicher aufzustellen.

Wie auch die bisherigen Kommunalen Klimaschutzkonferenzen stand das Treffen unter einem zentralen Thema. Dieses Mal befassten sich die kommunalen Vertreter mit den Fragen, wie sich innerhalb des Landkreises Energie gewinnen lasse, wie dabei die Energieversorgung verbraucherfreundlich und regional gestaltet werden könne und wie die Gesamtheit der Kommunen aus der regionalen Wertschöpfung wirtschaftlich profitieren kann.

 

Im Raum stand dabei die Idee der Gründung einer kommunalen Energiegesellschaft. Explizit betonte Landrätin Indra Baier-Müller den Wunsch, über diesen Gedanken mit den Anwesenden in die Diskussion zu treten, stellte aber auch klar: „Insgesamt denke ich, wenn Privatpersonen, aber auch Kommunen sich auf den Weg machen, um möglichst viel Strom selbst zu produzieren, sind wir auf dem richtigen Weg.“

Zur Erläuterung von rechtlichen Rahmenbedingungen, möglichen Gesellschafts- und Beteiligungsformen hatte der Landkreis die Juristin Christine Wenzl von der renommierten Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) eingeladen.

Neben den finanziellen Potenzialen, die die Realisierung eigener Energiegewinnungsprojekte für die Kommunen mit sich bringen könnten, betonte Landrätin Indra Baier-Müller insbesondere die Möglichkeit der Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern, die die Gründung einer kommunalen Energiegesellschaft mit sich bringen könnte.

Der allgemeine Tenor auf derlei Vorstöße war eindeutig: Statt kurzfristige Mehreinnahmen durch Grundstücksverkäufe zu generieren, wolle man, so die Anwesenden, innerhalb der kommunalen Familie geeignete Flächen gemeinschaftlich entwickeln, ankaufen oder pachten. Dem entsprach das allgemeine Stimmungsbild nach Ablauf der Veranstaltung: Die Vertreterinnen und Vertreter aller anwesenden Kommunen sprachen sich einheitlich dafür aus, den Gedanken der Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zu verfolgen und zu vertiefen.

Im Rahmen der Oberallgäuer Verbandssitzung des bayerischen Gemeindetages am 16. Dezember diesen Jahres ging man hierzu erneut ins Gespräch. Das Ergebnis war eindeutig: „Der Landkreis Oberallgäu und seine Kommunen werden sich im Bereich der Energiewirtschaft zusammenschließen. Natürlich sind dabei auch die regionalen Energiegesellschaften als Partner ins Boot zu holen“, fasste die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller die Ergebnisse der jüngsten Gespräche zusammen.