Mit Blick auf die zweijährige Mitgliedschaft Deutschlands im UN-Sicherheitsrat warnt der Politikwissenschaftler Ulrich Schneckener vor überzogenen Erwartungen. „Es ist nicht die Zeit für allzu große Erwartungen, dazu sind die politischen Rahmenbedingungen zu ungünstig. Die weltpolitische Lage ist so schwierig, wie seit den Blockaden des Gremiums im Kalten Krieg nicht mehr“, sagte der Professor für Internationale Beziehungen und Direktor des Instituts für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Osnabrück der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. dts_image_6982_gfsdamtpih_3121_800_600 Konfliktforscher dämpft Erwartungen an Sitz im UN-Sicherheitsrat Politik & Wirtschaft Überregionale Schlagzeilen America first Belgien Bundesregierung Deutschland Eine Welt Es frankreich Friedens- und Konfliktforschung Großbritannien internationale Klimawandel Krieg MAN Mitglieder Polen Russland Sicherheit Stellen Syrien UN-Sicherheitsrat Universität USA Vereinte Nationen | Presse AugsburgVereinte Nationen, über dts Nachrichtenagentur

Bei den Kriegen in Syrien und der Ostukraine habe sich der Sicherheitsrat als „kaum funktionsfähig erwiesen. Es stehen sich zwei konträre Positionen gegenüber, an denen Resolutionen oft scheitern. Das unterminiert auf Dauer die Handlungsfähigkeit und Autorität des Gremiums“.

Eine überfällige Reform bei der Zusammensetzung des Sicherheitsrates, um Lateinamerika, Asien und Afrika stärker zu repräsentieren, sieht Schneckener in naher Zukunft dennoch nicht: „Vorschläge dazu liegen seit 15 Jahren auf dem Tisch. Passiert ist nichts. Es gibt dafür keine Unterstützung durch die ständigen fünf Mitglieder.“ Wenn es Deutschland gemeinsam mit den zwei ebenfalls nicht ständigen europäischen Mitgliedern Belgien und Polen und den ständigen Mitgliedern Frankreich und Großbritannien gelinget, dazu beizutragen, dass das Gremium nicht noch weiter an Relevanz verliere, sei schon einiges gewonnen, sagte der Konfliktforscher weiter.