Kosten für ÖPP-Autobahnprojekte deutlich gestiegen

Die Bundesregierung plant im kommenden Jahr für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) beim Bau von Bundesfernstraßen rund 1,6 Milliarden Euro mehr ein als bislang. Das geht aus dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 hervor, berichtet die „Rheinische Post“. Demnach wurden für alle ÖPP-Projekte im Jahr 2020 noch Kosten in Höhe von 17,5 Milliarden ausgewiesen, für 2021 sind es dem Entwurf zufolge 19,1 Milliarden.

Kosten Fuer Oepp Autobahnprojekte Deutlich GestiegenAutobahn-Baustelle, über dts Nachrichtenagentur

Besonders hohe Kostensteigerungen gab es bei Projekten an der A 3 und der A 49. So veranschlagte der Bund an der A 3 für das Autobahnkreuz Fürth/Erlangen im aktuellen Haushalt noch 2,1 Milliarden Euro, im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr schlägt das Projekt mit 700 Millionen Euro mehr, nämlich 2,8 Milliarden Euro, zu Buche. Auch am Autobahndreieck Ohmtal an der A 49 ist es deutlich teurer geworden: Von 1,1 Milliarden Euro in 2020 stiegen die Kosten auf nun geplante 1,4 Milliarden Euro. Die Grünen beklagen angesichts solcher Entwicklungen einen undurchsichtigen Umgang von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit dem Bau privater Autobahnen.

„Öffentlich-Private-Partnerschaften im Straßenbau sind teure und intransparente Privatisierungsprojekte“, sagte Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag. „Statt weiter auf Teufel komm raus Straßen zu privatisieren, sollte Scheuer alle ÖPP-Projekte sofort stoppen“, sagte er. Bisher hatte die Bundesregierung mit dem Argument einer besseren Wirtschaftlichkeit an ÖPP-Projekten festgehalten. In diesem Jahr unterzeichnete Scheuer zwei weitere Verträge.