Kriminalbeamte fordern mehr Mittel für Behandlung psychisch Kranker

Der Vorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BdK), Sebastian Fiedler, fordert eine bessere Ausstattung des psychiatrischen Bereichs. „Wie beim Anschlag von Hanau oder der Tat am Frankfurter Flughafen haben wir es auch im Fall von Würzburg offenbar mit einem psychisch kranken Täter zu tun“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Auf vielen Ebenen haben wir erhebliche Probleme mit psychisch erkrankten Menschen.“

Dts Image 13304 Kfqddsjicf 3123 800 600Klinik für Psychiatrie, über dts Nachrichtenagentur

So seien 35 Prozent der zwischen 2000 und 2015 allein handelnden Attentäter psychisch erkrankt. „Wer an bestimmten Arten von Schizophrenie leidet, trägt ein erhebliches Risiko in sich, zum Gewalttäter zu werden.“ Den Menschen müsse dringend geholfen werden.

Zugleich gebe es seit Langem einen dramatischen Fachkräftemangel in der Psychiatrie, der verhindere, dass die Kranken ausreichend behandelt werden. „Ein besonders Problem sind Menschen, die aufgrund von traumatischen Kriegserfahrungen psychisch erkranken.“ Das sei „kein originäres Thema der Sicherheitsbehörden, sondern des Gesundheitssektors“, so Fiedler. „Der Fachkräftemangel in der Psychiatrie ist zugleich ein enormes Sicherheitsproblem. Jens Spahn steht hier schon lange in der Pflicht, einen Plan vorzulegen, wie er das Problem in den Griff kriegen will.“