Augsburg: Beste Aufklärungsquote aller bayerischen Großstädte

„Neben dem abschreckendem Aspekt eines hohen Entdeckungsrisikos für potentielle Straftäter, ist die erfolgreiche Fallaufklärung für viele Opfer krimineller Handlungen enorm wichtig“, betonte Schwald. Messbar wird dieser Gradmesser durch die Aufklärungsquote (AQ). Auch bei dieser Größe braucht das Polizeipräsidium Schwaben Nord mit einer Aufklärungsquote von 69,5% (2017: 68,1%) einen Vergleich mit anderen Regionen Bayerns und Deutschlands nicht zu scheuen. Der Zuwachs in Deliktsbereichen mit einem hohen Anteil bekannter Tatverdächtiger, wie z.B. bei den Rohheits- und Rauschgiftdelikten, wirkt sich hier unmittelbar aus. Auch die bereinigte Aufklärungsquote mit 68,1% übertrifft die durchschnittliche bereinigte Aufklärungsquote in Bayern (64,5%) um nahezu 4%.

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Bild: Bruder

Getoppt wird dieser hervorragende Wert nochmals im Bereich der Stadt Augsburg, wo die bereinigte Aufklärungsquote sogar um 0,7% auf 70,2% verbessert werden konnte. In keiner anderen bayerischen Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern wurden prozentual mehr Straftaten aufgeklärt. „Es ist davon auszugehen, dass Augsburg damit auch einen Spitzenplatz im Ranking der bundesdeutschen Städte über 200.000 Einwohner einnehmen wird“, ergänzte Schwald.

Überproportionaler Anteil an nichtdeutschen Tatverdächtigen

Zu den 27.849 in Nordschwaben aufgeklärten Straftaten konnten 20.110 Tatverdächtige ermittelt werden. Davon waren 15.475 (77,0%) Männer und 4.635 (23,0%) Frauen. Bei den um ausländerrechtliche Delikte bereinigten Straftaten waren 6.330 (34,0%) Tatverdächtige nichtdeutsch, wobei es sich in 2.025 Fällen um Zuwanderer handelte. Als Zuwanderer werden in der PKS Personen erfasst, die den Aufenthaltsgrund „Asylbewerber/Asylberechtigter“, „Duldung“, „Kontingent-/Bürgerkriegsflüchtling“ oder „Unerlaubt aufhältig“ haben. Der Anteil gemeldeter Nichtdeutscher an der Bevölkerung im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord beträgt 12,8% (2017: 12,2%). In Relation zum Anteil an der Gesamtbevölkerung lässt sich ein deutlich überproportionaler Anteil der Nichtdeutschen an den ermittelten Tatverdächtigen erkennen.

Callcenterbetrug unverändert intensives Problem

Mit unveränderter Intensität trat auch 2018 das Kriminalitätsphänomen des Callcenterbetrugs auf, bei dem Opfer telefonisch kontaktiert und durch Vortäuschung unterschiedlicher Drohkulissen oder Versprechungen letztlich zur Aushändigung bzw. Überweisung von Bargeld genötigt werden. Beispielhaft sind hier das Auftreten falscher Polizeibeamter, der Enkeltrickbetrug oder falsche Gewinnversprechen zu nennen. Durch intensive Ermittlungs- und Präventionsarbeit der KPI (Z) Schwaben Nord, der Dienststelle zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, konnte durch verhinderte Geldübergaben ein Schaden von etwa 1,2 Millionen Euro verhindert werden.

Videoüberwachung am Kö soll für mehr Sicherheit sorgen

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Foto: Wolfgang Czech

Die Evaluierung der Kriminalitätslage auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik ermöglicht gezielte polizeiliche Maßnahmen an erkannten Brennpunkten. Die nordschwäbische Polizei beschreitet zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der Sicherheit auch neue und innovative Wege. Zu nennen ist hier die am 20. Dezember 2018 eingeführte stationäre polizeiliche Videoüberwachung am Augsburger Königsplatz. „Wir bleiben als bürgernahe Polizei natürlich weiterhin sicht- und ansprechbar vor Ort. Die Videoüberwachung ist zukünftig ein Teil unseres Maßnahmenbündels, zur Optimierung der Sicherheitslage in diesem kriminalgeografischen Bereich“, erläuterte Schwald.

Nähere Informationen zur Kriminalstatistik, insbesondere auch zu den Entwicklungen in den Regionen, sind im aktuellen Sicherheitsbericht 2018 zu finden, der im Internet abrufbar ist.