Kronberger Kreis fordert steuerliche Entlastungen

Der „Kronberger Kreis“ fordert zur Belebung der Konjunktur nach der Coronakrise gezielte steuerliche Entlastungen. Diese Auffassung vertreten die sechs Wirtschaftsprofessoren in einem Gastbeitrag für die „Welt“ (Donnerstagausgabe). Im Bereich der Steuerpolitik sollte man vor allem die Ertragsteuern in den Blick nehmen, schreiben die Autoren.

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„Besonders hilfreich wäre eine Verbesserung der steuerlichen Verlustverrechnungsmöglichkeiten. Die Spielräume für eine Verrechnung aktueller Verluste mit Gewinnen der vergangenen Jahre sollten deutlich erweitert werden.“ Eine Verbesserung der steuerlichen Bedingungen für Investitionen und Beschäftigung sei noch dringlicher als vor der Coronakrise.

„Mögliche Maßnahmen wären eine Senkung des Körperschaftsteuersatzes und die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags“, schreiben die Ökonomen. Staatliche Beteiligungen an Unternehmen in der Krise sieht der Kreis demgegenüber skeptisch. „Die Gefahr ist groß, dass der Staat manche Beteiligung so liebgewinnt, dass er sich nicht mehr von ihr trennen mag“, heißt es in dem Beitrag. „Beteiligungen sollten daher von einem unabhängigen Gremium von Fachleuten geprüft und zeitlich befristet sein.“

Konkret schlagen die Professoren vor, staatliche Beteiligungen „wieder aufzugeben, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, z.B. sobald sich zwei Jahre in Folge positive Wachstumsraten eingestellt haben“. Alternativ könnten Bund oder Länder angehalten werden, nach zwei Jahren einen erneuten Beihilfeantrag zu stellen, der dann von der EU-Kommission zu prüfen sei. Der Kronberger Kreis wurde 1982 als Zusammenschluss liberaler Hochschullehrer gegründet, berichtet die Zeitung. Er dient als wissenschaftlicher Beirat der Stiftung Marktwirtschaft.

Aktuelle Mitglieder sind die Sachverständigenratsmitglieder Lars P. Feld (Universität Freiburg) und Volker Wieland (Goethe-Universität Frankfurt), ifo-Präsident Clemens Fuest, Heike Schweitzer (Humboldt-Universität zu Berlin) und Berthold Wigger (Karlsruher Institut für Technologie).