Kulturstaatsministerin will Zeichen der Solidarität mit Juden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen die Ausgrenzung von Juden zu setzen. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass an einem bestimmten Tag Menschen in Deutschland als Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern einen Davidstern tragen, um auf Ausgrenzung und Antisemitismus aufmerksam zu machen“, sagte Grütters den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben). „Damit würde eine bisher schweigende Mehrheit zeigen: Wir dulden nicht, dass die Judenfeindlichkeit in Deutschland wieder Raum bekommt“, so die CDU-Politikerin weiter.

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Die Gesellschaft müsse sich intensiver mit dem Problem des Antisemitismus auseinandersetzen. Außerdem befürwortet die Kulturstaatsministerin eine Verschärfung des Strafrechts bei Straftaten mit antisemitischem Hintergrund. „Ich bin dafür, dass Straftaten mit antisemitischem Hintergrund schärfer bestraft werden“, sagte Grütters mit Blick auf den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Zugleich forderte sie, den Besuch von Gedenkstätten zum Teil der Lehrerausbildung zu machen. Sie halte es „für unabdingbar, den Besuch in Gedenkstätten zum Teil der Lehrerausbildung zu machen – besonders in den Geschichts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass es hier an den Hochschulen einen großen Nachholbedarf gibt“, so die CDU-Politikerin weiter. Für Schüler sollte der Gedenkstätten-Besuch hingegen eine freiwillige Veranstaltung bleiben.

Es müsse vielmehr darum gehen, mit innovativen Ideen und digitalen Formaten gerade Jüngere und neue Zielgruppen zu erreichen. Mit Blick auf die Verwendung von Selfies aus Gedenkstätte in sozialen Netzwerken mahnte die Kulturstaatsministerin zur Gelassenheit. „Die Würde des Ortes muss natürlich immer gewahrt werden. Mir ist es aber lieber, Jugendliche zeigen in den Sozialen Netzwerken, dass sie eine Gedenkstätte besuchen, als dass sie gar nicht erst kommen. Das Posten in den Sozialen Netzwerken zeigt immerhin, dass sie sich über den millionenfachen Mord an Juden Gedanken machen“, sagte Grütters den den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Die Kulturstaatsministerin ist qua Amt zuständig für die Erinnerungskultur in Deutschland.