Kundgebung für verfolgte Christen, Schweigemarsch und Kreuzwegandacht im Hohen Dom

 „Der arabische Frühling hat nicht bei allen Frühlingsgefühle geweckt“, sagt der Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog im Bistum Augsburg Prälat Dr. Bertram Meier mit Blick auf die vergangenen Monate. Vielen Christen in Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten ginge es heute schlechter als vorher. Um auf die aktuellen Probleme bedrängter und verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen, sind alle am Sonntag, 14. September, um 16 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Rathausplatz eingeladen. Das Motto lautet: „Glaube braucht Bekenntnis. Verfolgte Christen brauchen Hilfe“.

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Nicht überall auf der Welt können Menschen verschiedenster Religionen friedlich zusammenleben. Dieses Bild zeigt eine Prozesion in Jerusalem.

Nach aktuellen Schlaglichtern aus verschiedenen Ländern und einem Grußwort des Schirmherrn Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl spricht als Hauptredner Bischof Antoine Audo SJ von der chaldäisch-katholischen Kirche aus Aleppo/Syrien. Der Bischof gibt Informationen aus erster Hand. Dann formiert sich gegen 17.30 Uhr – angeführt von einem großen Kreuz – schweigend ein Zug zum Dom, wo um 18 Uhr gemeinsam mit dem Hilfswerk „KIRCHE IN NOT“ eine Kreuzwegandacht für bedrängte und verfolgte Christen gebetet wird. Der Gottesdienst, dem Prälat Meier vorsteht, findet mit ökumenischen Gästen statt und wird von Radio Horeb live übertragen. Diese Veranstaltung findet nun schon zum sechsten Mal statt.

Für Bischofsvikar Meier, seit Jahren ein Mitinitiator der Veranstaltung, sind Kundgebung und Gottesdienst ein gelungenes Paar: „Christen bezeugen ihren Glauben nicht mit geballten Fäusten, sondern mit gefalteten Händen. Die christlichen Kirchen bilden weltweit eine große Familie. Und wo ein Glied leidet, da leiden die anderen mit. Gerade in Syrien und im Irak blutet der Leib Christi, die Kirche. Deshalb dürfen uns auch in Zeiten, wo der interreligiöse Dialog so groß geschrieben wird, die christlichen Schwestern und Brüder nicht kalt lassen, die um ihres Glaubens willen leiden. Diese Tatsache dürfen wir nicht verschweigen. Das ist ein ökumenischer Auftrag, die Ökumene des Leidens.“

So hat sich in Augsburg schon vor gut sechs Jahren eine gemeinsame Initiative gebildet: Neben der katholischen Kirche und dem evangelischen-lutherischen Dekanat Augsburg beteiligen sich die evangelische Allianz, der assyrische Mesopotamien Verein und der Suryoye Kultur– und Sportverein Augsburg an der Aktion.

Bereits vor der Kundgebung besteht im Rahmen des „KIRCHE IN NOT“-Aktionstags die Möglichkeit, Bischof Antoine Audo um 13.45 Uhr im Haus St. Ulrich (Kappelberg 1) mit aktuellen Berichten aus seiner vom Bürgerkrieg zerrissenen Diözese Aleppo zu hören. Nach einer Kaffeepause fasst der Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT, Berthold Pelster, die weltweite Lage verfolgter und diskriminierter Christen zusammen.