KVB-Vorstand: Corona-Schutzimpfung gehört in die Praxen, nicht in die Supermärkte

Als „abwegig und nicht zielführend“ bezeichnete der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) die jüngsten Verlautbarungen aus der Bayerischen Staatsregierung, wonach künftig Corona-Schutzimpfungen auch in Supermärkten und Apotheken angeboten werden sollen.

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Die Praxen der niedergelassenen Haus- und Fachärzte sind aus Sicht des Vorstands der KVB in der Lage, rasch, effizient und in großem Maßstab für eine Durchführung der Impfungen zu sorgen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass von der Politik und dem Großhandel endlich ausreichend Impfstoffe für die Praxen zur Verfügung gestellt werden.

Der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp – erklärte dazu: „Wir haben in Deutschland ein exzellent ausgebautes ambulantes Versorgungsangebot mit einer hohen Flächendeckung. Das ist nicht vergleichbar mit anderen Staaten, in denen weite Entfernungen zur nächsten Arztpraxis oder Klinik zurückgelegt werden müssen und in denen Hilfskonstruktionen wie die Impfung im Supermarkt durchaus Sinn machen können. Die niedergelassenen Haus- und Fachärzte in Bayern sind bereit, sich auch im Sinne einer umfassenden Betreuung ihrer Patienten weit mehr in der Impfkampagne zu engagieren, als dies bislang bereits der Fall ist. Dafür ist es allerdings unabdingbar, dass sie über die Apotheken endlich große und verlässlich kalkulierbare Mengen an Impfstoffen aller Hersteller erhalten, die auf dem Markt zugelassen sind.“

Allein am gestrigen Mittwoch wurden in bayerischen Praxen rund 118.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt haben die niedergelassenen Haus- und Fachärzte in Bayern seit dem Start der COVID-19-Schutzimpfungen in den Praxen im April über 700.000 Impfungen durchgeführt. Aktuell beteiligen sich rund 6.500 Praxen – und damit rund 9.500 Ärztinnen und Ärzte – an der Impfkampagne im Freistaat. Aus Sicht des Vorstands der KVB könnten es weit mehr sein, wenn endlich mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit in Bezug auf die für die Praxen vorhandenen Impfstoffmengen vorhanden wären.