Landkreis Augsburg | Technische Umstellung verantwortlich für Sprung über die 200er Marke

Für den Landkreis Augsburg gelten seit 14.Januar die verschärften Corona-Maßnahmen. Neben den bereits bekannten Covid19-Ausbrüchen in Senioreneinrichtungen ist noch ein weiterer Punkt maßgeblich für den sprunghaften Anstieg des 7-Tages-Inzidenz-Wertes verantwortlich.

Foto: Dominik Mesch

Am Donnerstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für den Landkreis Augsburg die Überschreitung des Corona-Schwellenwertes. Nach Angaben des Instituts waren innerhalb der letzten 7 Tage 200,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemeldet worden. Für das Augsburger Land gelten seitdem die verschärften Corona-Maßnahmen. Die Bürger des Landkreises dürfen sich für Tagesausflüge und nicht notwendige Fahrten nicht weiter als 15km von ihrem Wohnort wegbewegen. Diese Einschränkungen gelten mindestens bis inklusive kommenden Donnerstag, maßgeblich für die Aufhebung ist ein durchgängiger Wert unter der 200er Marke.

Zahlen stiegen sprunghaft an

Noch am 7.Januar hatte die 7-Tages-Inzidenz bei 94,3 gelegen, danach ging es sprunghaft mit dem Wert nach oben. Als Gründe für den Rückgang kann man sicherlich u.a. die  geringen Test, Auswertungen und Meldungen über die Feiertage anführen. Was hierfür spricht? Am 8.Janaur meldete das Landratsamt mit 185 Fällen so viele Neuinfektionen wie lange nicht mehr, auch in den Folgetagen waren es deutlich weniger. Der Corona-Wert kletterte bis auf etwa 166. Was folgte war der Sprung über den Schwellenwert.

Ausbrüche in Senioreneinrichtungen

Auch die Ausbrüche in zwei Senioreneinrichtungen in Bobingen und Zusmarshausen dürften zu diesem Anstieg beigetragen haben. Die Altenheime waren es aber nicht alleine, dies stellte auch Landrat Martin Seiler klar: „Nachdem insbesondere in den Sozialen Medien zahlreiche Stimmen laut wurden, dass die Corona-Schutzmaßnahmen unverhältnismäßig wären, weil die 7-Tage-Inzidenz in unserem Landkreis ausschließlich auf die verstärkten Ausbrüche in den Alten- und Pflegeeinrichtungen zurückzuführen sei, möchte ich ganz deutlich machen, dass das ganz eindeutig nicht der Wahrheit entspricht“. Doch was war dann ursächlich für den Anstieg?

Auf Presse Augsburg-Nachfrage bestätigte das Landratsamt: „Dass die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Augsburg gestern über die Marke von 200 gestiegen ist, ist maßgeblich einer internen technischen Umstellung der Labors bei der Übermittlung der Daten geschuldet. Diese hat zu Nachmeldungen geführt, die sich jetzt in Form der statistischen Schwankungen bemerkbar machen. Zudem kam es bundesweit durch die Feiertage immer wieder zu Verzerrungen.“

Massive Schwankungen

„Die angesprochene Softwareumstellung in den Laboren hat nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Teilen Bayerns (bspw. in Nürnberg) für massive Schwankungen in den Inzidenzwerten gesorgt. Den Zeitpunkt der Nachmeldung der tagesaktuell nicht gemeldeten Fälle durch das RKI können wir nicht beeinflussen. Fakt ist, dass sich hinter allen Fallmeldungen reale Fälle verbergen, die hinsichtlich des Meldezeitpunkts einen unterschiedlichen Ausschlag im 7-Tages-Inzidenzwert bewirken können“, bestätigte der Sprecher die Vermutungen unserer Redaktion.

„Bugwelle an Nachmeldungen“

Vermutlich hätten sich bei einer taggenauen Meldung der Sprung über die 200 und damit die verschärften Maßnahmen verhindern lassen, Detailzahlen hierzu liegen unserer Redaktion aber nicht vor. „Bei uns hat sich dadurch (Anm. Softwareumstellung)– und wegen nachgemeldeten Fälle des Drei-Königs-Tags – eine Bugwelle an Nachmeldungen ergeben, die uns nun kurzzeitig über den Schwellenwert gehoben hat. Wegen der damit verbundenen Automatismen aufseiten des RKI, haben wir die mit der Überschreitung einhergehenden Maßnahmen erlassen.“

Stand heute liegt der Corona-Wert nach Lesart des RKI für den Landkreis Augsburg bei 151,1.

+++Update+++ Nach falschem Inzidenzwert | 15-Kilometer-Regelung im Landkreis Augsburg mit sofortiger Wirkung aufgehoben