Gerade holte Julian Weber die Goldmedaille beim Speerwurf in München, tags drauf holte sich der „Jüngling mit Speer“ in Landsberg am Lech sein Wurfgerät zurück. Zwar nicht in Gold, aber in Bronze. Der vormalige Speer der Bronzeskulptur, die im Inselbad neben der Rutsche steht, musste ausgetauscht werden.

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Foto: Sonia Fischer

Metallrestaurator Stephan Rudolph aus München hatte sich in den vergangenen Monaten um die Pflege der Skulpturen im Inselbad gekümmert. Im Auftrag des Stadtmuseums Landsberg am Lech hatte er sie begutachtet und gereinigt, um substanzgefährdende Schadstoff- und Korrosionsprodukte abzunehmen. Im Falle des Jünglings reichten die Pflegemaßnahmen jedoch nicht aus. Neben der Ausbesserung einer Korrosionsstelle mit Epoxidharz, die durch die Eisenarmierung des Gusskerns hervorgerufen worden war, retuschierte Rudolph auch die Sockelspange, die nun farblich der Bronzepatina angeglichen wurde.

Um den Speer nach Originalmaßen nachzubilden konnte Rudolph auf andere Ausführungen der Skulptur zurückgreifen. Es existieren insgesamt fünf Exemplare des Jünglings mit Speer im öffentlichen Raum, die der Künstler Bernhard Bleeker ab 1937 z.T. spiegelverkehrt fertigte: im Internat Neubeuern, im Luisenpark in Mannheim, im Innenhof der Obersten Baubehörde in München, im Lietzenseepark in Berlin und im Inselbad in Landsberg am Lech.

Mit Rudolphs Vorzeichnung und den berechneten Maßen bildete die Kunstgießerei Strassacker den Speer nach, deren Familienbetrieb am Rande der Schwäbischen Alb liegt. Der Patineur passte den Speer farblich dem Alterungsprozess der Figur an. Wer sich von den gelungenen Abschlussarbeiten der Restaurierung ein Bild machen möchte, kann dies beim nächsten Schwimmbadbesuch im Inselbad tun.