„Vorausschauend und realistisch auf die kommende Zeit schauen“ | Die exklusive Eva Weber-Kolumne, September 2020

Liebe Augsburgerinnen und Augsburger,

am 8. August haben wir nicht nur das Augsburger Hohe Friedensfest gefeiert, sondern auch erste Bilanz nach 100 Tagen der neuen Stadtregierung und des Stadtrates gezogen. Ich persönlich bin immer etwas skeptisch gegenüber einer Bilanz nach 100 Tagen, weil diese Zeitspanne im Vergleich zum Rest meiner und unserer Amtszeit einen so winzigen Bruchteil darstellt. Dennoch habe ich das öffentliche und mediale Interesse daran zum Anlass genommen, auf die vergangenen drei Monate zurück zu schauen. Eindrücklich bei diesem Rückblick, wenn auch nicht überraschend, war für mich persönlich: die Stadtregierung hatte in den vergangenen Monaten eine Hauptakteurin – und das war die Corona-Pandemie. Und so ist es auch bei einer Entwicklung, die uns und mich derzeit umtreibt: der des Wirtschaftsstandorts Augsburg.

Die wirtschaftliche Ausgangslage von Augsburg wie auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie habe ich, gerade als ehemalige Wirtschafts- und Finanzreferentin, nie naiv betrachtet.  Dennoch hat mich ehrlicherweise die Gesamtzahl des angekündigten Stellenabbaus bei Unternehmen wie der MAN oder Premium AEROTEC geschockt. Dabei hat Corona beschleunigt und im Umfang vergrößert, was schon länger im Raum stand. In unserer globalisierten Welt, in der alles ineinandergreift, bahnt sich seit Beginn der Pandemie der wirtschaftliche Einbruch wie eine Kette umfallender Dominosteine ihren Weg von einem zum anderen globalen Player und erreicht natürlich auch die Augsburger Standorte. Und weil wir eben so eng vernetzt sind, ist das Ausmaß einer globalen Gesundheitskrise auf die nationalen und regionalen Wirtschaftssysteme auch nicht nur ein geringer Stoß. Umso wichtiger ist es jetzt, die industriellen Kerne unserer Stadt massiv, nicht nur von außen, sondern auch von innen heraus zu unterstützen und zu sichern – denn auf lange Sicht gesehen sind diese entscheidend und unverzichtbar dafür, dass sich Augsburgs gesamte Wirtschaft schnell wieder von den Folgen der Pandemie erholt. 

Für die Politik gilt es jetzt vorausschauend und realistisch auf die kommende Zeit zu schauen, und genau abzuwägen, welche Unterstützung der Wirtschaft geboten werden kann. Digitalisierung ist hier ein wichtiges Stichwort, denn sowohl wird sich durch Einschränkungen innerhalb der Unternehmen weiter vieles über Videokonferenzen und Homeoffice organisieren, als auch der E-Commerce kontinuierlich zunehmen. Ebenso entscheidend ist die Transparenz in diesem Prozess. Nur durch klare, offene Kommunikation können wir das Vertrauen der Konsumierenden, aber auch der Unternehmerinnen und Unternehmer und Arbeitnehmenden wieder stärken. 

Mit der Umsetzung und Unterstützung dieser Faktoren und einem starken solidarischen Miteinander bin ich nach wie vor überzeugt: Wir können die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise überwinden.

Ich wünsche Ihnen einen schönen September, bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Eva Weber

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Photo by: Martin Augsburger

Eva Weber ist seit Mai 2020 Oberbürgermeisterin der Stadt Augsburg. Seit Mai 2014 veröffentlicht sie eine regelmäßige Kolumne exklusiv bei Presse Augsburg.