Lauterbach zweifelt an Kinder-Impfempfehlung wegen Delta-Variante

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mahnt die Ständige Impfkommission (Stiko), ihre eingeschränkte Empfehlung für das Impfen von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“.

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„Die Angaben der Stiko beziehen sich immer auf alte Varianten. Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.“

Zugleich regte er an, mehr zu tun, um Impfskeptiker zu gewinnen. „In Israel steigt die Inzidenz trotz hoher Impfquote und Topwetter wieder an. Es zeigt sich: Echte Normalität wird nur mit einer sehr hohen Impfquote kommen. Mehr als 80 Prozent Impfquote wird nötig sein. Die Kampagne der Überzeugung der Impfskeptiker muss jetzt vorbereitet werden“, so Lauterbach weiter.

Dazu gehöre auch die Aufklärung darüber, dass bei der Delta-Variante die Zahl der Krankenhauseinweisungen viel höher ist: „Das RKI geht von einer Hospitalisierungsquote von 11 Prozent aus, das ist doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Gerade bei Jüngeren ist der Unterschied groß, damit wird die Delta-Variante vor allem für Kinder zu Problem“, mahnte der Gesundheitspolitiker.