Zwei junge Münchenbesucher hatten gestern sehr viel Glück gehabt. Bei dem erfolgreichen Versuch einem älteren Mann das Leben zu retten, begaben sie sich am S-Bahnsteig Marienplatz selbst in hohe Lebensgefahr. Schlussendlich ging es aber für alle drei, Retter und Geretteten gut aus.

Gestern ist die Feuerwehr München über einen Druckknopfmelder am S-Bahnsteig Marienplatz alarmiert worden. Zuvor war ein 78-jähriger Mann war in den Gleisbereich gestürzt und konnte sich nicht mehr helfen. Zwei aufmerksame, junge Münchenbesucher eilten sofort zu Hilfe. Sie tätigten den Feuermelder wohl in der Annahme, dass ein Feueralarm den einfahrenden Zug sofort stoppt. Dies ist jedoch nicht der Fall, ein Druckknopfmelder dient vorerst nur der Alarmierung der Feuerwehr. Im Anschluss sprangen die Beiden ins Gleis und hoben den hilflosen Mann auf den Bahnsteig. Aufgrund der Einfahrgeschwindigkeit der S-Bahn begeben sich Personen im Gleisbereich immer in höchste Lebensgefahr – hier hatten die Jugendlichen einfach Glück, dass gerade kein Zugverkehr herrschte. Ein davonkommen gibt es hier zu Fuß nicht mehr.

Wir raten deshalb von dem Nachahmen einer solchen Tat dringendst ab. Die Stammstrecke wird in der Hauptverkehrszeit im 2-Minuten-Takt befahren und gilt als Tunnelstrecke mit dem dichtestenEisenbahnverkehr in Europa. Nach Rücksprache mit der Deutschen Bahn möchten wir über richtiges Vorgehen bei Zwischenfällen am Bahnhof informieren. Dieses beginnt immer mit der Information des Bahn-Personals. Ist kein Personal vor Ort, unbedingt per Notruf die Feuerwehr oder die Polizei verständigen. Auf der Münchner Stammstrecke ist an jedem größeren S-Bahnhof eine örtliche Aufsicht der Deutschen Bahn vor Ort. Im Notfall immer diese Verständigen, und am Bahnsteig verweilen. Das Betreten einer Gleisanlage ist absolut lebensgefährlich.“ so die Münchner Feuerwehr in einem Statement zum Vorfall.

Der 78-jährige Mann wurde durch den Sturz leicht verletzt und mit dem Rettungsdienst in eine Münchner Klinik transportiert.