Lehrerverband fordert Schulsanierungsprogramm

Der Deutsche Lehrerverband fordert ein Schulsanierungsprogramm von der nächsten Bundesregierung in Milliardenhöhe. „Wir vermissen in den Plänen der Ampel-Parteien ein neues, umfassendes Schulsanierungs- und Neubauprogramm“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Montagsausgaben). „Der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau geschätzte Sanierungsstau im Bildungssektor beträgt nach wie vor über 40 Milliarden – an diesem Bedarf müsste sich ein Sanierungsprogramm über einen längeren Zeitraum orientieren“, fügte Meidinger hinzu.

Lehrerverband Fordert SchulsanierungsprogrammAbgeschlossenes Schultor, über dts Nachrichtenagentur

„Auch die Erkenntnisse aus der Coronakrise – zum Beispiel der Bedarf an zentralen Umluft- und Filteranlagen – müssen bei dem Programm berücksichtigt werden.“ Darüber hinaus forderte Meidinger, dass der angekündigte Digitalpakt 2.0 neben der Verbesserung der digitalen Infrastruktur auch die Frage der dauerhaften Finanzierung von technischer Unterstützung etwa durch Systemadministratoren für die Schulen klären müsse. „Dringend notwendig sind auch die Entwicklung von datenschutzsicheren Lernplattformen im Rahmen einer nationalen Bildungscloud und eine Qualitätsoffensive bei der Lehrerfortbildung“, sagte er. Weitere Forderungen des Lehrerverbands an die nächste Bundesregierung sind eine Fortführung des Aufholprogramms für schwächere Schüler nach Corona und ein Ausbau der politischen Bildung in den Schulen. Dazu könne der Bund über die Bundeszentrale für politische Bildung und unterstützendes Personal einen Beitrag leisten. „Von den großen Erwartungen, die gerade von FDP und Grünen vor der Bundestagswahl geschürt wurden, es solle einen Bildungsaufbruch geben, ist nicht viel übrig geblieben“, kritisierte Meidinger die bisherigen Pläne der Parteien, die im Ampel-Sondierungspapier festgehalten sind. „Immerhin hatte die FDP ja im Wahlprogramm angekündigt, einen Mehrwertsteuerpunkt für die Bildung zusätzlich aufwenden zu wollen.“ Davon sei nun keine Rede mehr.