Am 30.Juni 2016 hatte ein Leibwächter vor der vollbesetzten L’Osteria in Augsburg-Pfersee einem heute 24-jährigen Mann mit einer Pistole ins Bein geschossen. In dem Lokal brach Panik aus. Der Personenschützer wurde wegen des Vorfalls gestern vom Augsburger Landgericht verurteilt.

Vor der beliebten Pizzaria wurde ein Schuss abgefeuert. | Foto: Christoph Bruder

Am 30.06.2016 war bei der Polizei gegen 19:25 Uhr die Mitteilung über die Abgabe eines Schusses vor der Pizzeria L’Osteria in der Pearl-S.-Buck-Straße in Augsburg-Pfersee eingegangen.

Vor Ort konnte festgestellt werden, dass ein damals 50jähriger Mann aus dem Raum Mönchengladbach gezielt auf den Oberschenkel eines 23-Jährigen (aus dem Landkreis Augsburg) geschossen hat. Laut Angaben des Schützen, der als Personenschützer engagiert war, wollte dieser dadurch einen tätlichen Angriff auf seine 58jährige männliche Schutzperson (ebenfalls aus dem Landkreis Augsburg) abwehren.

Der Personenschützer befand sich zuvor mit seinem Klienten, einem Immobilienhändler, und dessen 27jährigen Begleiterin in der Pizzeria L’Osteria zum Essen, als drei Personen (zwei Brüder -23 und 26 Jahre alt – und eine weitere 33jährige Person) auf sie zukamen und das Gespräch suchten. Dieses Treffen ergab sich zufällig, offensichtlich kannten sich die Parteien aber aus einer früheren Geschäftsbeziehung in der es um eine vermeintlich ausstehende Geldforderung im Zusammenhang mit Immobilien ging. Um die Angelegenheit zu regeln, gingen alle Beteiligten vor die Pizzeria. Hierbei eskalierte die Situation. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der der 26jährige Bruder dem 58-Jährigen zunächst einen Faustschlag verpasste und der 23jährige Bruder den Personenschützer abdrängte.

Dieser feuerte gezielt einen Schuss gegen den heute 24Jährigen, der ihn eigenen Angaben zufolge bedrängte. Das Opfer erlitt einen Oberschenkeldurchschuss und wurde der ärztlichen Versorgung zugeführt. Lebensgefahr bestand nicht. Der Schütze wurde vorläufig festgenommen und musste sich gestern vor der dritten Kammer des Augsburger Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren und eine Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro für den Verletzten gefordert. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Christiani folgte diesem Vorschlag, hielt dem Schützen dabei aber ein bisher tadelloses Verhalten und sein Geständnis zugute. Ein Opfer-Täter-Ausgleich vor dem Gerichtstermin war gescheitert, da der Personenschützer die schon damals angedachten 10.000 Euro nicht auf die Schnelle auftreiben konnte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Nebenkläger (Anwalt des Opfers) im Gericht keine Erklärung dazu abgeben wollte. Sowohl der Angeklagte, als auch die Staatsanwaltschaft haben es aber bereits akzeptiert.