Zum Ende der Kanuslalom-Weltmeisterschaft in Augsburg glänzte es nochmals golden für das deutsche Team. Die Leipzigerin Andrea Herzog wurde mit einem fulminanten Lauf Weltmeisterin im Canadier-Einer. Und auch die Herren holten nochmals Edelmetall. Der Augsburger Sideris Tasiadis sicherte sich auf „seinem“ Eiskanal den Weltmeistertitel, Franz Anton holte Bronze.

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Foto: Wolfgang Czech

Das Rennen begann für Andrea Herzog nicht so, wie es sich die junge Frau aus Leipzig vorgestellt hatte. Die deutsche Medaillenhoffnung hatte früh eine heikle Stelle. Am Ende setzte sie alles auf eine Karte und gewann. Nach einem insgesamt fulminanten Lauf leuchtete die 1, trotz zwei Strafsekunden wegen einer Torstabberührung an Tor 14, hinter ihrem Namen (111,72) auf.

Von dieser Position konnte sie weder von Majorie Delassus (Frankreich/+9,40), noch von Olympiasiegerin und Kanu-Legende Jessica Fox aus Australien (+0,92) verdrängt werden. Vor gut einem Jahr hatten diese drei Damen auch bei den Olympischen Spielen die Stockerlplätze unter sich ausgemacht. Lokalmatadorin und Titelverteidigerin Elena Lilik konnte nicht ins Medaillenrennen eingreifen, sie war bereits im Halbfinale ausgeschieden.

Die deutschen Damen konnten insgesamt drei der vier Weltmeistertitel auf dem Eiskanal einfahren, im Canadier-Team gab es nach einem Schiedsrichterentscheid pro Tschechien Silber.

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Nur wenig später legte der Augsburger Lokalmatador Sideris Tasiadis nach. Mit einem fehlerfreien Wahnsinnsrennen legte er vor den beiden letzten Fahrern deutlich vor. Der Tscheche Heger schaffte es nicht, den 32-Jährigen zu verdrängen (101,05) zu verdrängen. Gold ging damit auf jeden Fall nach Deutschland, denn nur Franz Anton (Leipzig) konnte die „Sidi-Show“ noch verhindern. Auch der Halbfinal-Sieger konnte den Weltmeistertitel des Publikumslieblings nicht mehr verhindern (+1,61), er wurde am Ende Dritter. In seinem wohl letzten Rennen sicherte sich der 39-jährige Slowake Alexander Slavkovsky (+1,18) Silber.

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Super Bilanz für Augsburgerinnen und Augsburger

Der Druck fiel von Tasiadis Schultern in das Lechwasser des Kanals, der Jubel von Champion und Sportler kannte bei der Siegerehrung kaum Grenzen. Nach Rang 1 im Kajak-Team zu Eröffnung der Titelkämpfe, war sein Gold der erwartete Einzeltitel für die deutschen Herren.

Die „Augsburg-Bilanz“ dieser Heim-WM fiel überragend aus.

Nach dem Kajak-Triumph von Ricarda Funk am Samstag war Tasiadis Gold der zweite Einzel-Weltmeistertitel für Augsburger Sportlerinnen und Sportler in dieser fantastischen Sportwoche am Augsburger Eiskanal.

Auch wenn Elena Lilik heute nicht mehr nachlegen konnte, mit Bronze im Kajak-Einer, sowie Gold und Silber in den Teamwettbewerben hatte auch sie ausreichend Grund zur Freude. Noah Hegge und Hannes Aigner konnten sich im Kajakteamwettbewerb ebenfalls zum Weltmeister küren.

An Nachmittag steht noch die Entscheidung im Kajak Extreme an. Auch hier hat Funk ernsthafte Chancen auf einen vorderen Tabellenplatz.

Die „Augsburg-Bilanz“

  • Ricarda Funk: 2x Gold (Kajak-Einer und -Team)
  • Sideris Tasiadis: 1x Gold (Candadier-Einer)
  • Elena Lilik: 1x Gold (Kajak-Team), 1x Silber (Canadier-Team), 1x Bronze (Kajak-Einer)
  • Hannes Aigner: 1x Gold (Kajak-Team)
  • Noah Hegge: 1x Gold (Kajak-Team)

Der gebürtige Augsburger Christos Tsakmakis war für Griechenland am Start.