Leitershofer Basketballer bringen 20-Punkte-Führung nicht über die Runden

Der Rückrundenstart in der 1. Regionalliga Südost ist für die Basketballer der BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen gründlich misslungen. Am Samstagabend unterlag man beim MTSV Schwabing mit 66:69 (32:31) und schaffte es dabei, eine zwischenzeitliche 20-Punkte Führung nicht über die Runden zu bringen. Durch die zweite Niederlage binnen einer halben Woche ist der Rückstand auf das Spitzenduo der Liga, Nördlingen und Vilsbiburg, nun auf vier Punkte angewachsen, die BG verbleibt aber weiterhin auf Platz drei in der Tabelle.

2015-01-06-Basketball-–-143 Leitershofer Basketballer bringen 20-Punkte-Führung nicht über die Runden Basketball News News Sport 1. Regionalliga Südost Basketball BG Leitershofen/Stadtbergen Kangaroos MTSV Schwabing München | Presse Augsburg
BG-Trainer Adnan Badnjevic war aufgrund des Leistungseinbruchs nach dem Spiel restlos bedient. | Foto: Wolfgang Czech

Personell arg gebeutelt mussten die Kangaroos den Weg in die Landeshauptstadt antreten. Mit Neuzugang Henje Knopke, Dennis Behnisch und Milan Tesic lagen drei Akteure mit einer Magengrippe flach, vom selben Leiden war auch Nedim Hadzovic noch gezeichnet, der aber – allerdings gänzlich ohne Training seit dem Bayern-Spiel – zumindest eingeschränkt einsatzfähig im Kader stand. Dazu fehlten ohnehin der verletzte Kapitän Sebastian Woelki sowie bekanntermaßen Jason Adams. Trainer Adnan Badnjevic stellte sein Team um und nominierte den 18-jährigen Julian Breuer als zweiten Aufbauspieler neben André Lockhart in die Startformation. Eine durchaus gelungene taktische Maßnahme, denn das Aufbauspiel der Leitershofer wurde so wesentlich zügiger und druckvoller als zuletzt. Sowohl im ersten als auch im zweiten Viertel erspielte man sich jeweils kleinere Führungen. Dass die Münchner zur Halbzeit nur einen Punkt zurück lagen war darin begründet, dass die BG in den ersten beiden Vierteln jeweils sehr rasch in den Mannschaftsfoul-Bereich kam und den Landeshauptstädtern dadurch leichte Punkte in Form von Freiwürfen schenkte. Am Ende durfte Schwabing 29 Mal an die Linie, die Gäste hatten lediglich 15 dieser Optionen.

Im dritten Viertel lief es dann aber durchwegs rund für die Stadtberger. Man verteidigte mit sehr hoher Intensität und spielte die Angriffe gut aus, punktete wechselweise aus der Zone, aber endlich auch einmal aus der Distanz (insgesamt sieben erfolgreiche Dreipunktewürfe). Schwabing hatte nun eine schlechte Phase und die Leitershofer zogen auf 56:36 davon (30. Minute). Eigentlich eine Vorentscheidung in diesem Spiel. Was dann allerdings passierte war kaum nachzuvollziehen. Die BG verlor vollständig den Faden. Vor allem im Angriff gelang gar nichts mehr und es wurden fast schon in kläglicher Manier in Hülle und Fülle einfachste Chancen vertan. Sieben Minuten lang erzielte man gerade mal einen einzigen Korb und so machte man den Gegner natürlich wieder stark. Selbst drei Minuten vor Ende der Partie führte man noch 64:56, wollte aber dann wohl irgendwie den Sieg nur noch über die Runden bringen. Statt ruhiger und überlegter Aktionen kreierte man nun im Angriff völlig wilde Geschichten. Dann foulten auch noch drei Stadtberger Akteure hintereinander aus. Die Münchner nutzen diesen Blackout eiskalt und gingen 28 Sekunden vor dem Ende zum ersten Mal überhaupt in dieser Partie in Führung, und dies auch noch ausgerechnet durch den Ex-Leitershofer Valerian Zenk. Die Kangaroos hatten dann keine Lösung mehr parat, der letzte Dreier zum möglichen Ausgleich verpasste mit der Schlusssirene den Korb deutlich.

Nach dieser Niederlage geht es für die Leitershofer nun erst einmal darum, den aktuellen Negativtrend zu stoppen, als wie bisher auf das Spitzenduo in der Tabelle zu schielen. Die erste Gelegenheit dazu besteht am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den TS Herzogenaurach. Dann hoffentlich wieder auch wieder mit besser besetztem Kader. fcaugsburg_hoffenheim Leitershofer Basketballer bringen 20-Punkte-Führung nicht über die Runden Basketball News News Sport 1. Regionalliga Südost Basketball BG Leitershofen/Stadtbergen Kangaroos MTSV Schwabing München | Presse Augsburg

BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen: Spindler, Lockhart (23/2 Dreier), Braun (3/1 Dreier), Chalusiak (4), Uhlich (10/2 Dreier), Hadzovic (10), Veney (2), Debelka (8/2 Dreier), Breuer (6).

Beste Werfer Schwabing: Johnson (19), Carpenter (15), da Silva (10)

Noch knapper verlief der Jahressart für die zweite BG-Garnitur in der 2. Regionalliga Süd. Dem Tabellenzweiten München Basket unterlag man hauchdünn mit 71:73.

Stimmen zum Spiel:
BG-Headcoach Adnan Badnjevic: „Ich bin natürlich restlos bedient. Ob dieser unerklärliche Einbruch im letzten Viertel daran lag, dass wir gemeint haben, der Sieg ist schon sicher oder vielleicht doch auch am enormen Substanzverlust mit dem Bayern-Spiel unter der Woche sowie den vielen Krankheiten und Ausfällen mag dahingestellt sein. Einfache Korbleger sollte man in der Regionalliga aber so oder so treffen. Wir müssen die Mannschaft jetzt trotzdem wieder aufrichten, es war insgesamt nach so vielen guten jetzt eine ganz schlechte Woche für uns“.

BG Co-Trainer Robert Mattis: „Wir wussten, dass es hier schwer wird. Eigentlich haben wir dann 30 Minuten fast besser als bei den vielen Ausfällen erwartet agiert und auch die gefürchtete Pressdeckung des MTSV klug überspielt. Die Maßnahme mit zwei Aufbauspielern ist eigentlich gut gelungen, Julian hat das Vertrauen mehr als rechtfertigt. Leider hatte er dann zu schnell fünf Fouls auf dem Konto, da fehlt ihm noch die Erfahrung., unabhängig davon, ob das jetzt alles Fouls waren oder vielleicht auch eher nicht.“

Kangaroo Geschäftsführer Johannes Dolpp: „Tabellenführer Nördlingen hat hier in Schwabing eine ähnlich gelagerte Partie nach ebenfalls hoher Führung auch noch in letzter Sekunde verloren. Wir waren also vorgewarnt und haben es leider trotzdem nicht besser machen können. Man hat von außen schon gesehen, dass unser ohnehin dezimiertes Team am Ende stehend k.o. war, das Spiel gegen Bayern München unter der Woche hat sicherlich enorm Kraft gekostet. Bevor wir jetzt weiter nach ganz oben schauen müssen wir uns erst einmal stabilisieren“.