Lieferprobleme behindern digitale Ausstattung der Schulen

Große Lieferprobleme behindern die Ausstattung deutscher Schulen mit Tablets und Laptops. Das sogenannte Sofortprogramm Endgeräte der Bundesregierung, um Bildungseinrichtungen mit Leih-Computern auszustatten, ist aufgrund von Angebotsengpässen noch nicht vollständig umgesetzt. „Bundesweit gibt es derzeit enorme Lieferschwierigkeiten für mobile Endgeräte, vor allem für die von den Schulen und Schulträgern besonders nachgefragten Tablets von Apple“, sagte eine Sprecherin des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport der „Welt“.

Lieferprobleme Behindern Digitale Ausstattung Der SchulenComputer-Nutzerin, über dts Nachrichtenagentur

„Die Schulträger berichten von Lieferschwierigkeiten seit Juli 2020 und davon, dass viele vertraglich gebundene Lieferanten momentan keinen Liefertermin benennen können beziehungsweise die Lieferung erst für das erste Quartal 2021 in Aussicht gestellt wird.“ Apple lehnte einen Kommentar ab. Die IT-Dienstleister Cancom und Bechtle bestätigten jedoch die Probleme.

„Der Markt für Laptops und Tablets ist seit dem Herbst – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – leergefegt“, sagte Martin Mayr, Senior Vice President beim Münchner IT-Dienstleister Cancom der „Welt“. „Der Tablet-Markt ist insgesamt leergekauft“, sagte eine Bechtle-Sprecherin. Wer im Dezember bestellt habe, könne unter Umständen erst für März oder April damit rechnen, dass die Tablets auch alle geliefert werden. Die Bundesregierung hatte bereits im vergangenen Sommer 500 Millionen Euro für die Beschaffung von Leihgeräten an Schulen zur Verfügung gestellt.

Laut einer Umfrage der „Welt“ unter den zuständigen Ministerien der Bundesländern ist der Einkauf aber sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. In Thüringen wurden demnach von mehr als 14,7 Millionen Euro, die für das Sofortprogramm zur Verfügung stehen, bislang nur gut 2 Millionen Euro abgerufen. Vor allem kleinere Bundesländer scheinen im Vorteil zu sein: In Hamburg heißt es, man habe das Sofortprogramm bereits abgeschlossen und 41.000 Geräte angeschafft. Auch im Saarland ist man fertig und hat 12.000 Geräte gekauft.

Ähnlich weit ist man auch in Baden-Württemberg, hier seien 97,5 Prozent der zur Verfügung stehenden Summe bereits ausgegeben worden, teilt das Ministerium mit. Insgesamt sollen rund 300.000 Geräte bestellt werden. In Sachsen läuft die Beschaffung zwar noch weiter, man habe aber bereits knapp 39.000 Geräte gekauft, teilt das Kultusministerium mit. In Bayern hat man mit Bundes- und Landesmitteln bislang rund 90.000 zusätzliche Laptops und Tablets gekauft, allerdings sollen auch noch mehr als 100.000 Geräte zusätzlich angeschafft werden im Rahmen des Sofortprogramms.