Linnemann: Bundesverdienstkreuz für Ex-EZB-Chef „großer Fehler“

Der Sprecher der Unions-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann, hat die Auszeichnung des ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit dem Bundesverdienstkreuz scharf kritisiert. „Ich halte das für einen großen Fehler“, sagte Linnemann der RTL/n-tv-Redaktion. „Ich finde, wir Politiker sind eigentlich nicht gemacht für Bundesverdienstkreuze. Wir tun unsere Pflicht. Ich werde ja dafür bezahlt, dass ich hier arbeite.“

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Draghi solle die Auszeichnung ausschlagen.

Er „hätte sich zum Vorbild Helmut Schmidt nehmen müssen, der das damals abgelehnt hat – genau aus diesen Gründen“, sagte Linnemann. „Ich würde gerne mal eine grundsätzliche Debatte darüber führen, wer das Bundesverdienstkreuz verdient hat. Sind das Mandatsträger und Leute, die ihre Pflicht machen? Oder sind das Menschen, die über ihr Tun hinaus kein Aufheben machen und sich ehrenamtlich engagieren und die Gesellschaft zusammenhalten?“, sagte Linnemann. Zudem könne die Auszeichnung „Wunden aufreißen“.

Bezüglich der Eurokrise teile er „die Ansicht nicht, dass diese Nullzinspolitik auf Dauer irgendwas bringt“, so Linnemann. Er hält das Inflationsziel von zwei Prozent für eine „Ausrede“. In Wahrheit könne man diese zwei Prozent gar nicht mehr so einfach erreichen wie damals. „Weil die Firmen nicht die Möglichkeit haben, die Preise so zu erhöhen.“

Die Zinspolitik werde „künstlich niedrig gehalten“, auch um den Staaten Südeuropas zu helfen. „Aber das ist für den deutschen Sparer schlecht“, sagte der CDU-Politiker.