Lisa will leben | „Das kannst du auch!“ – Stammzellspender aus dem Landkreis Aichach-Friedberg berichten

68.567 DKMS-Stammzellspender aus Deutschland haben es bereits vorgemacht und Patienten durch ihre Stammzellspende die Chance auf ein neues Leben geschenkt. 177 davon stammen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Vier davon sind Katharina Gutmann aus Aindling, Eric Altmannshofer aus Pöttmes, Christiane Kruck aus Pöttmes-Handzell und Verena Braunmüller aus Petersdorf-Schönleiten.

Christiane Kruck aus Pöttmes-Handzell, Katharina Gutmann aus Aindling, Eric Alt-mannshofer aus Pöttmes und Verena Braunmüller aus Petersdorf-Schönleiten | Foto:: Brigitte Lehenberger

Eric Altmannshofer ließ sich am 28.02.2010 beim Aufruf für Georg Kohlhaupt in Pöttmes bei der DKMS aufnehmen und ist von 1.187 Typisierten aus diesem Aufruf bereits der 18. Stammzellspender. Im April 2013 spendete er einen Teil seines Knochenmarks für einen 1-jährigen deutschen Jungen aus Niedersachsen und weiß, dass er gesund ist und jetzt eingeschult wurde. Stolz ist er darauf, dass auch sein Sohn in den nächsten Tagen zur Stammzellspende nach Nürnberg fährt.

„Wenn man so leicht anderen Menschen helfen kann, dann mache ich das jede Woche!“ freut sich Katharina Gutmann aus Aindling. Sie schenkte vor 10 Jahren der leukämiekranken Maria aus Dänemark ebenfalls durch die Knochenmarkspende ein zweites Leben und erhält nun jedes Jahr zum Tag ihrer Spende einen Blumenstrauß aus Dänemark. Wichtig zu wissen ist, betont sie, dass die Knochenmarkspende aus dem Beckenknochen erfolgt – und absolut nichts mit der Wirbelsäule zu tun hat.

Christiane Kruck ließ sich im Juli 2014 in Oberschneitbach mit weiteren 320 hilfsbereiten Menschen für die kleine Lisa typisieren. Auch aus diesem Aufruf stammen bereits 6 Stammzellspender. Für ‚ihren‘  Patienten war die periphere Stammzellspende die idealere. Nach der Feintypisierung und dem Gesundheitscheck begann sie fünf Tage vor der Spende, sich die kleinen Spritzen zur Stimulierung der Stammzellbildung. Am 6. Tag wurden ihr die überschüssigen Stammzellen in 5 ½ Stunden aus dem Blut gefiltert, während sie Filme anschaute und sich im Entnahmesessel verwöhnen ließ. „Die erste Spritze war schon eine Überwindung – aber wenn weiß, dass man damit evtl. ein Leben retten kann, klappt das auch!“ Sie weiß, dass es ‚ihrem Patienten‘, einem ca. gleichaltrigen Mann aus Kanada soweit gut geht, dass er aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

mehr zum Thema: Einzige Überlebenschance: Stammzellenspende – Große Typisierungsaktion für 21-jährige Lisa Ende November in Pöttmes

Verena Braunmüller aus Petersdorf-Schönleiten ist die aktuellste Stammzellspenderin in der Runde. Sie ließ sich an ihrer damaligen Berufsschule 5 in Augsburg typisieren und konnte im März 2019 ebenfalls durch die Knochenmarkspende einem Mann aus der USA mittleren Alters helfen. Sie hat Nachricht aus den USA, dass es ihrem genetischen Zwilling den Umständen entsprechend gut geht und wünscht ihm alles Gute

Alle vier Stammzellspender sagen: Das könnt ihr auch! Beide Spendearten sind absolut machbar

Knochenmarkspende und periphere Spende – Beide sind absolut machbar!

„Wichtig zu wissen ist, dass die Knochenmarkspende absolut nichts mit dem Rückenmark zu tun hat“, betont Brigitte Lehenberger als ehrenamtliche Unterstützerin der DKMS. Sofern der Spender mit einer Knochenmarkspende einverstanden ist, werden die nötigen Stammzellen mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenknochen entnommen. Diese Spendeart wird noch zu 20 % angewandt und ist meist ist die idealere Entnahmeart für kleine Patienten.

Bei der peripheren Stammzellentnahme (Apherese) – einem Verfahren, das in rund 80 Prozent der Fälle angewendet wird – werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen. Dem Spender wird über fünf Tage hinweg der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, die dann in einem ambulanten Verfahren direkt aus dem Blut gesammelt werden. Die Spende dauert drei bis fünf Stunden. Der Spender kann die Entnahmeklinik noch am selben Tag verlassen.

Auf den Spender kommen keine Unkosten zu. Auch die Unkosten für eine Begleitperson mit Hotelaufenthalt werden finanziert, ebenso bekommt der Arbeitgeber den Arbeitsausfall erstattet. Bei der Aufnahme erklärt der Typisierte erst Mal nur die Bereitschaft für die Suchläufe.