Marihuana an Minderjährige abgegeben – Berufung führt zu deutlich höherer Strafe

Eine Berufungskammer des Landgerichts Augsburg hat nach erneuter Hauptverhandlung  eine vom Amtsgericht Augsburg wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige u.a. verhängte Freiheitsstrafe von 2 Jahren deutlich erhöht.  

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Ein heute 25jähriger hatte Marihuana an Minderjährige verkauft. Hier die Pflanze Cannabis, die getrocknet zur Droge wird. | Symbolbild

Gegen das Ersturteil hatten sowohl der 25jährige Angeklagte, der sich hiervon eine Strafaussetzung zur Bewährung erhoffte, als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Beide Berufungen waren auf das Strafmaß beschränkt.

Da dies die Rechtskraft des Schuldspruchs zur Folge hat, steht fest, dass der Angeklagte in acht Fällen von November 2011 bis November 2012 Marihuana an eine damals sechzehn- bzw. siebzehnjährige Jugendliche verkauft hat. Außerdem hat er noch in 18 Fällen Marihuana an seinen Bruder  überlassen und eine Menge von über 20g des Rauschgifts in seiner Wohnung in Wehringen aufbewahrt.

Nach dem – noch nicht rechtskräftigen – Urteil muss der Angeklagte nun für 3 Jahre Monate ins Gefängnis.

Richter Dr. Christoph Kern machte dem Angeklagten in der mündlichen Verhandlung deutlich, dass die Abgabe an Minderjährige kein Kavaliersdelikt ist, sondern als Verbrechen für jeden Fall mit einer Mindeststrafe von einem Jahr bedroht ist. Zudem wies der Vorsitzende den nicht unerheblich vorbestraften Angeklagten darauf hin, dass auf Taten, die während einer offenen Bewährung begangen würden, keine weitere Bewährung folgen könne, sondern vielmehr eine spürbare Sanktion erforderlich sei.

Gegen das Urteil hat der Angeklagte bereits Revision eingelegt.