Matchball verwandelt! Der FC Augsburg schafft mit Sieg über Bremen den Klassenerhalt

Es war ein nervenaufreibendes Spiel. Obwohl der FC Augsburg mehr als eine halbe Stunde mit einem Mann weniger spielen musste, reichte es gegen Werder Bremen zum Sieg und damit zum Klassenerhalt. 

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Rani KHEDIRA (A) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 | Foto: Frank Hoermann / SVEN SIMON / POOL

Für den FC Augsburg ging es heute darum, mit einem Sieg über Werder Bremen den Klassenerhalt zu feiern. Wenn es vor diesem „Matchball“-Spiel noch einen Motivationsschub benötigt hat, dann kam dieser von den Fans. Mehr als tausend Rot-grün-weiße hatten vor dem Stadion ein Spalier gebildet und die Mannschaft mit Fahnen und Sprechchören empfangen. In Zeiten wie diesen soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich die meisten Anhänger vorbildlich an die Corona-Regeln gehalten hatten.

Den Druck konnten sie den Spielern aber nicht von den Schultern nehmen, dies war spätestens zum Ende einer zerfahrenen, von Vorsicht geprägten Anfangsviertelstunde klar. Augsburgs Vargas ließ sich, nachdem er von Gebre Selasie regelkonform gestoppt wurde, zu einer versuchten Tätlichkeit hinreißen. Schiedsrichter Schröder aus Hannover hatte in dieser Situation wohl keine andere Möglichkeit, als den Schweizer vom Platz zu stellen. Als wäre die Aufgabe nicht eh schon schwer genug, musste der FCA sie nun mit zehn Mann meistern. Seine Kollegen machten es dann wirklich gut. Natürlich machte sich der eine Mann mehr bei den Spielanteilen zugunsten der Bremer bemerkbar, Kapital konnten sie daraus aber keines schlagen. Als Werders Groß kurz nach der Pause nach wiederholtem Foulspiel direkt mit der Ampelkarte zurück in die Kabine geschickt worden war, war es vorbei mit dem optischen Übergewicht der Gäste (49.).  

Die Sorgen die sich in der Pause in den Gesichtern der Augsburger Verantwortlichen abzeichneten waren spätestens acht Minuten später verflogen. Nach einer Ecke hatte Bremen den Ball nicht aus der Gefahrenzone gebracht, der dann über Gumny zu Khedira kam. Der Defensivspieler traf aus acht Metern den Innenpfosten, von wo der Ball über die Linie rollte. Was für ein wichtiges Abschiedsgeschenk des Defensivspielers, der die Schwaben nach der Saison in Richtung Berlin verlassen wird.

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Rani KHEDIRA (A) schiesst das Tor zum 1:0 gegen Torwart Jiri PAVLENKA (HB), | Foto: Frank Hoermann / SVEN SIMON / POOL

Mit diesem Ergebnis wäre der FCA gerettet, doch noch war eine halbe Stunde zu spielen. Auch die Hansestädter wussten dies und versuchten den Augsburger Klassenerhalt noch zu verhindern. Bittencourt hatte in der 71. Spielminute das 1:1 auf dem Schlappen gehabt, doch der Ball knallte an den Pfosten. Nun kam es auf die so oft beschworenen FCA-Tugenden an. Mit viel Einsatz- und Laufbereitschaft musste man hier nun dagegenhalten und versuchen die Entscheidung zu suchen. Als Richter nur Minuten vor der Bremer-Chance von Friedl im Strafraum zu Fall gebracht worden war, wäre man bereits nahe dran gewesen. Einen Elfmeter gab es dafür allerdings nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter nicht, Augsburg musste weiter zittern. Würden sie heute ihren Matchball verwandeln und das Ticket für ein elftes Jahr Bundesliga lösen können?

Die Gäste warfen nun alles nach vorne, benötigten sie doch ebenfalls dringend die Punkte um nicht in ernste Abstiegsgefahr zu geraten. Doch dort landet der vierfache Deutsche Meister nun. Hahn war bei einem schnellen Gegenstoß von Rashica von den Beinen geholt worden, den fälligen Strafstoß verwandelte Caligiuri zum entscheidenden 2:0. Der FC Augsburg hielt dem Druck am Ende stand und wandelte den Matchball. Das Abenteuer Bundesliga geht weiter, dies ist nach diesem „Finale dahoim“ klar. Das Saisonabschlussspiel bei Bayern München nächsten Samstag kann man als Augsburger nun ohne großes Zittern verfolgen.

Schon vor dem heutigen Spiel empfingen rund 1.000 Fans den Mannschaftsbus des FC Augsburg an der WWK Arena und feuerten die Mannschaft vor dem „Endspiel“ lautstark an. 

FC Augsburg: Gikiewicz – Gumny, Gouweleeuw, Oxford, Iago – Khedira, Moravek (70. Benes), Richter (70. Caligiuri), Hahn (90.Gregoritsch), Vargas – Niederlechner (75. Finnbogason)

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Moisander, Toprak (55. Friedl), Augustinsson – C. Groß, M. Eggestein, Bittencourt, Sargent – Füllkrug, Selke (55. Rashica)

Tore: 1:0 Khedira (57.), 2:0 Caligiuri (90./Foulelfmeter)

Gelbe Karten:  Gikiewicz, Richter, Hahn |Groß,

Gelb-Rote Karte: Groß (Bremen 49.)

Rote Karte: Vargas (Augsburg/13. Versuchte Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer:  keine Zuschauer erlaubt