Bringt ein Museum mehr als „nur“ zufriedene Besucher? Was unternehmen sie vor oder nach dem Ausstellungsbesuch, was gab den Anstoß für ihr Kommen? Solchen Fragen gingen vier Praktikantinnen des context verlags Augsburg – in Abstimmung mit den Kunstsammlungen und Augsburg sowie der Regio Augsburg Tourismus GmbH – bei einer Besucherbefragung im Maximilianmuseum Augsburg nach.

2018-06-14-Wasser-Kunst-–-18 Maximilianmuseum | Ausstellung “Wasser Kunst Augsburg.“ lockt internationale Gäste an Augsburg Stadt Augsburg-Stadt Freizeit News Wirtschaft Maximilianmuseum Wasser Kunst Augsburg | Presse Augsburg
Foto: Wolfgang Czech

Insgesamt 302 Besucher der Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ wurden interviewt. Wesentliche Ergebnisse: 43 Prozent der Ausstellungsbesucher kamen nicht aus der Region Augsburg, viele aus München und nicht wenige sogar aus dem Ausland. Etwas mehr als 60 Prozent der Besucher waren mindestens 50 Jahre alt, Frauen sind bildungsbeflissener als Männer. Und noch ein Ergebnis war ebenso eindeutig wie erfreulich: Die Ausstellung im Maximilianmuseum stärkt den lokalen Einzelhandel und die Augsburger Gastronomie.

Was die Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ über das Eintrittsgeld an der Museumskasse hinaus bringt, hat jetzt eine Besucherbefragung des context verlags Augsburg im Maximilianmuseum untersucht. Mit einer Grundgesamtheit von mehr als 300 Befragten und aufgrund eines längeren Erhebungszeitraums sind die Ergebnisse statistisch relevant. Interviewt wurde nämlich breit gestreut – vor und nach Ferienbeginn, an Wochen- ebenso wie an Wochenendtagen, so Verlagschef Martin Kluger. Er hat den Fragebogen erstellt und ausgewertet, mit dem drei Schülerinnen des Augsburger Maria-Ward-Gymnasiums sowie eine Schülerin einer Berufsfachschule für Tourismusmanagement im Rahmen ihres Verlagspraktikums Ausstellungsbesucher interviewten. Einige der Ergebnisse, welche die Gymnasiastinnen Isabella Hacker, Teresa Kuntzsch und Luisa Neumeir sowie die Berufsfachschülerin Melanie Egger erfragen konnten, sind nicht sonderlich überraschend: Dass Ausstellungen wie die „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ eher bildungsaffine Besucher in gehobenen Altersklassen ansprechen, und dass sich mehr Frauen (56,3 Prozent) als Männer für eine Sonderausstellung interessieren, war zu erwarten. Was zum Beispiel für Tourismuschef Götz Beck eine Bestätigung lang propagierter Thesen ist: Eine Ausstellung kostet nicht nur Geld. Sie gibt einer Stadt über jeden Imagefaktor hinaus auch etwas Monetäres zurück. Ein Großteil der Besucher – mehr als jeder zweite – lässt vor oder nach dem Ausstellungsbesuch Geld in der Gastronomie. Fast jeder fünfte verbindet den Ausstellungsbesuch mit einem Shoppingbummel. Ungefähr jeder dritte Ausstellungsbesucher begab sich vor oder nach dem Museumsbesuch noch auf eine Sigthseeing-Tour, und mehr als jeder fünfte besuchte noch ein weiteres Museum. Tourismuschef Götz Beck: „Das belegt eindeutig, wie eine Ausstellung andere Sehenswürdigkeiten in der Stadt mitbewirbt.“