Nach dem Ende der Ampel-Koalition hat eine intensive Beförderungswelle in deutschen Ministerien begonnen, die heftige Kritik auslöst. Das berichtete die Bidl. Insgesamt wurden dem Bericht zufolge in den zwei Monaten seit dem Koalitionsbruch 90 Beamte befördert – ein auffälliger Anstieg im Vergleich zu den Beförderungen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024, als insgesamt 337 Personen aus allen Ministerien in höhere Besoldungsgruppen aufstiegen.
Liste der Beförderungen nach dem Ampel-Aus (Quelle: Bild.de)
| Ressort | Beförderungen nach Ampel-Aus |
|---|
| Entwicklungsministerium (Schulze, SPD) | 26 |
| Arbeitsministerium (Heil, SPD) | 16 |
| Kanzleramt (Scholz, SPD) | 14 |
| Außenministerium (Baerbock, Grüne) | 10 |
| Bauministerium (Geywitz, SPD) | 9 |
| Kulturministerium (Roth, Grüne) | 7 |
| Finanzministerium (Kukies, SPD) | 6 |
| Verkehrsministerium (Wissing, fraktionslos) | 3 |
| Wirtschaftsministerium (Habeck, Grüne) | 3 |
| Bildungsministerium (Özdemir, Grüne) | 3 |
| Verteidigungsministerium (Pistorius, SPD) | 2 |
| Justizministerium (Wissing, parteilos) | 1 |
| Innenministerium (Faeser, SPD) | 0 |
| Landwirtschaftsministerium (Özdemir, Grüne) | 0 |
| Familienministerium (Paus, Grüne) | 0 |
| Gesundheitsministerium (Lauterbach, SPD) | 0 |
| Umweltministerium (Lemke, Grüne) | 0 |
Spitzenreiter: Entwicklungs- und Arbeitsministerium
Im Fokus der Kritik stehen insbesondere das Entwicklungsministerium unter Svenja Schulze (SPD) mit 26 Beförderungen und das Arbeitsministerium unter Hubertus Heil (SPD) mit 16 Beförderungen. Im Entwicklungsministerium wurden neun Beamte in die Besoldungsgruppe A16 (bis zu 8716 Euro brutto) und sieben in die Gruppe B3 (9603 Euro brutto) gehoben. Im Vergleich dazu: Zwischen Januar und November 2024 beförderte Schulze lediglich zehn Personen, Heil nur eine.
Auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) beförderte seit dem Ampel-Aus zehn Beamte, Finanzminister Jörg Kukies (SPD) sechs.
Kritik an der „Operation Abendsonne“
Opposition und Experten werfen den Ministerien vor, diese Beförderungswelle strategisch genutzt zu haben, um kurz vor den Neuwahlen loyales Personal besser zu positionieren. Die Rede ist von einer gezielten „Abendsonne“-Strategie.