„Zusammen für den Frieden“ – dieser Slogan stand auf einem zehn Meter langen Banner, das mehr als 500 Schulkinder aus Augsburger Schulwerksschulen am Freitag vom Hohen Dom bis zum Elias-Holl-Platz getragen haben. Gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und dem Bistum Augsburg haben sie ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und Solidarität gesetzt.

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Mehr als 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene zogen vom Hohen Dom zum Elias-Holl-Platz (Foto: Leander Stork / pba)

Anlass war dabei die bundesweite Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ des Bonifatiuswerkes, die mit dem Gottesdienst in Augsburg feierlich eröffnet wurde und heuer ihren 20. Geburtstag feiert. Begonnen wurde dabei im Hohen Dom mit einem Friedensgebet, für das ein ganz besonderer Gast eingeladen war: Der heilige Nikolaus persönlich, der an diesem Freitag durch eine Marionette der Augsburger Puppenkiste verkörpert wurde und mit seinem „Bischofskollegen“ Dr. Bertram Meier in einen fröhlichen Dialog trat. Trotz des gemeinsamen Berufs gebe es aber auch Unterschiede zwischen den Beiden, bemerkte der Augsburger Bischof: So habe Nikolaus nicht nur einen „kräftigeren Bartwuchs“ und sei knapp 1.700 Jahre älter, sondern sei auch bereits in die Reihen der Heiligen aufgenommen worden: „Da bist du mir voraus. Danke, dass Du für mich ein Vorbild bist!“

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Der heilige Nikolaus war als Marionette der Augsburger Puppenkiste im Dom vertreten (Foto: Leander Stork / pba)

Der Generalsekretär des Bonfiatiuswerks Monsignore Georg Austen betonte im Dom das Ziel der Nikolausaktion, die besonders die Notleidenden und Bedürftigen in den Blick nehmen wolle: „Gerade in anhaltenden Kriegs- und Krisenzeiten sind wir alle gefragt, uns füreinander stark zu machen.“ Der Ukrainekrieg sei dabei besonders für die Kinder eine traumatische Erfahrung. „Ihnen wollen wir mit dieser Aktion zeigen, dass sie nicht allein sind.“ Als Zeichen der Solidarität unter Kindern wurde das Friedensgebet im Hohen Dom zu Beginn von der Bischof-Ulrich-Grundschule, der St.-Georg-Grundschule und dem Schulchor des Maria-Ward-Gymnasiums mitgestaltet. Neben einem kleinen Theaterstück zur Nikolauslegende des Kornwunders trugen die Schulkinder zudem ihren eindringlichen Wunsch nach Frieden in den Fürbitten vor.

 

Im Anschluss an das Friedensgebet zogen die Teilnehmer zum Elias-Holl-Platz, wo die Eröffnung ihren Abschluss fand. Ein besonderer Blickfang war dabei das zehn Meter lange Banner, mit dem die Kinder ihrer Hoffnung auf Frieden noch einmal Ausdruck gaben. Als Zeichen dieser Hoffnung und dem Vorbild des heiligen Nikolaus folgend überreichte das Bonifatiuswerk zuletzt einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro an den diözesanen Flüchtlingsbeauftragten Diakon Ralf Eger, der damit Geflüchteten aus der Ukraine im Bistumsgebiet beistehen soll.

 

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken wurde 1849 gegründet und verschreibt sich der Unterstützung der katholischen Diaspora besonders in Nordeuropa und dem Baltikum. Vor zwanzig Jahren wurde zudem die Initiative „Weihnachtsmannfreie Zone“ gestartet, die jedes Jahr in jeweils einer anderen Großstadt in Deutschland eröffnet wird. Mit der Aktion soll der heilige Nikolaus wieder mehr als historische Persönlichkeit und Vorbild für das Leben der Menschen von heute in den Vordergrund gerückt werden.