Mehr Gründungen größerer Betriebe

Im ersten Quartal 2021 sind in Deutschland gut 34.000 Betriebe gegründet worden, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das waren 5,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Auswertung der Gewerbemeldungen am Mittwoch mit. Damals hatte sich die Coronakrise bereits negativ auf die Zahl der Gewerbeanmeldungen ausgewirkt.

Dts Image 6651 Fejskearoc 3121 800 600Vermietungs-Schild, über dts Nachrichtenagentur

Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 waren es 2,2 Prozent Gründungen weniger. Im Unterschied zur Zahl der Neugründungen größerer Unternehmen lag die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen im ersten Quartal 2021 mit rund 34.100 deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals (-11,5 Prozent). Im Vergleich zu vor zwei Jahren sank die Zahl der Neugründungen kleiner Unternehmen sogar um 24,4 Prozent.

Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe stieg dagegen um 29,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2020 auf rund 94.900. Besonders hoch war der Anstieg hier unter anderem in der Möbelherstellung und bei den Post-, Kurier- und Expressdiensten. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg unterdessen um 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf rund 199.000. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen, Umwandlungen und Zuzüge aus anderen Meldebezirken. Rund 25.500 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben im ersten Quartal 2021 ihr Gewerbe vollständig auf, so die Statistiker weiter. Das waren 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 15,3 Prozent auf rund 41.600 und die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um 2,4 Prozent auf rund 47.300. Damit war die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben mit rund 114.400 Betrieben 8,2 Prozent geringer als im ersten Quartal 2020. Diese rückläufige Entwicklung kann mit den politischen Unterstützungsmaßnahmen in der Coronakrise zusammenhängen, die wirtschaftliche Folgen der Pandemie für Gewerbetreibende mildern und Gewerbeaufgaben verhindern sollen. Die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern lag im ersten Quartal 2021 mit rund 150.200 um 5,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben, Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.