Mehrere Verletzte bei Geiselnahme in Köln – Polizei schließt Terror-Hintergrund nicht aus

Bei einer Geiselnahme in einer Apotheke im Kölner Hauptbahnhof haben Spezialeinheiten gestern einen Mann überwältigt. Zuvor hatte dieser in einem Schnellrestaurant einen Brandsatz gezündet. Eine Jugendliche wurde verletzt. Die Polizei kann einen terroistischen Hintergrund nicht ausschließen.Tasche_Koffer Mehrere Verletzte bei Geiselnahme in Köln - Polizei schließt Terror-Hintergrund nicht aus Überregionale Schlagzeilen Vermischtes Videos Anschlag Apotheke Brandsatz Breslauer Platz Geiselnahme Hauptbahnhof IS Islamischer Staat Köln Polizei Spezialeinheit Terror | Presse Augsburg

 

Nach derzeitigem Stand betrat der Täter, wohl ein 55-jähriger Syrer, gegen 12.30 Uhr das Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof. Hier zündete er einen Molotowcocktail auf dem Boden. Bei dem anschließenden Feuer erlitt eine 14-jährige Jugendliche erhebliche Brandverletzungen.

Der Täter wechselte nun zu der benachbarten Apotheke und nahm dort eine Angestellte als Geisel. „Im Zusammenhang mit dem Betreten der Apotheke soll er Passanten zufolge auch gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh (Anm. Redaktion: Arabischer Name der Terrormiliz Islamischer Staat) gehört“, sagte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt in einer Pressekonferenz am Montagabend.

Eine Spezialeinheit überwältigte den Geiselnehmer am frühen Nachmittag. Während des Einsatzes verletzte der Festgenommene zwei unbeteiligte Menschen zum Teil schwer. Der Mann selbst erlitt bei den Zugriffsmaßnamen der Polizei schwerste Verletzungen. Rettungskräfte reanimierten ihn. Er wird derzeit intensivmedizinisch betreut.

Ersten Ermittlungen zufolge wohnt der Mann in Köln-Neuehrenfeld, dort oder in der Umgebung hatte er sich wohl mit Benzin für seine Brandsätze eingedeckt. Vom Stadtteil Neuehrenfelddort ist der Kölner Hauptbahnhof direkt mit der S-Bahn zu erreichen.

Heute Nachmittag werden Staatsanwaltschaft und Polizei Köln die Medien über die neuesten Erkenntnisse informieren.