Am Donnerstag hatten sogenannte Klimaaktivisten einen großen Polizeieinsatz in der Regierung von Schwaben ausgelöst. Der aus Meitingen stammende Landtagsabgeordnete Fabian Mehring (Freie Wähler) kritisiert die Aktion scharf.

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Foto: Wolfgang Prokoph

Drei Aktivisten aus dem Augsburger Klimacamp– eine Frau und zwei Männer – wollten gestern die Räumlichkeiten des Regierungspräsidenten Erwin Lohner trotz Aufforderung der Berechtigten nicht verlassen. Die Frau seilte sich zwischenzeitlich durch ein Fenster ab und war dabei durch ein Seil mit den beiden Männern verbunden. Sie hing schließlich in mehreren Metern Höhe an der Fassade, wo sie ein Banner mit der Aufschrift „Lohwald-Rodung genehmigen trotz laufender Gerichtsverfahren? Frech!“ anbrachte.

Die drei Störer sind zur Szene der Klimaaktivisten zu zählen. Sie protestierten mit dieser Aktion gegen die Rodung eines Teiles des Lohwalds bei Meitingen. Die Lechstahlwerke hatten in den letzten Tagen wohl vertragsgemäß mit der Abholzung begonnen, um Platz für Betriebe der Stahlverarbeitung zu schaffen. Der Bebauungsplan war im letzten Jahr vom Marktgemeinderat genehmigt worden. Die Aktivisten haben zudem eine Erklärung in Umlauf gebracht, in der Regierungspräsident Lohner der Korruption bezichtigt wurde.

Klimaaktivisten lösen großen Polizeieinsatz im Gebäude der Regierung von Schwaben aus

Zur Aktion des Klimacamps, Büros der Regierung von Schwaben aufgrund der teilweisen Rodung des Lohwalds zu besetzen, äußerte sich auch der aus Meitingen stammende Landtagsabgeordnete Dr. Fabian Mehring, Parlamentarischer Geschäftsführer der Freie Wähler-Landtagsfraktion: „Wer seine politischen Ziele über die Spielregeln unseres Rechtsstaates stellt ist kein Aktivist, sondern schlicht kriminell. Mit der heutigen Besetzung unserer schwäbischen Bezirksregierung hat sich das Augsburger Klimacamp selbst disqualifiziert und seinem ehernen Anliegen einen echten Bärendienst erwiesen. Ich hoffe die örtlichen Bürgerinitiativen im Lechtal, die bei der Erweiterung des Stahlwerks mit großer Expertise und erheblichem persönlichen Einsatz am Verhandlungstisch eine Menge für den Natur- und Artenschutz erreicht haben, verstehen nun, vor wessen Karren sie sich spannen haben lassen. Auch der Bund Naturschutz sollte sich gut überlegen, wes Geistes Kind diejenigen sind, mit denen sie neuerdings paktieren. Der mühsam vereinbarte Kompromiss zwischen Ökologie und Ökonomie, hinter dem der Markt Meitingen, der Landkreis Augsburg, die Bezirksregierung und der Landtag nahezu einstimmig stehen, ist ein demokratisch errungener Erfolg für Wirtschaft und Natur. Es gibt keinen Grund dafür, sich bei dessen Umsetzung von selbst ernannten Klima-Rebellen auf der Nase herumtanzen zu lassen. In Zeiten wie diesen haben Staat, Polizei, Wirtschaft und Gesellschaft wahrlich andere Aufgaben, als den Anarchismus von Berufsdemonstranten im Zaum zu halten.“