Meidinger kritisiert KMK wegen unklaren Corona-Maßnahmen an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband hat die Kultusministerkonferenz (KMK) mit Blick auf das Coronakrisenmanagement scharf kritisiert. „Es wäre wichtig, in allen Bundesländern eine klare Handreichung zu bekommen, was in den Schulen ab einer bestimmten Zahl von Infektionen in einer Region passiert. Da gibt es zu viel Unsicherheit“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der „Welt“ (Samstagausgabe).

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Wenngleich die Schulen keine Infektionsherde seien, so fänden doch immer öfter Infektionen im Umfeld der Schule statt. „Schüler treffen sich ja auch privat und tragen die Infektion in die Schule. Das zu ignorieren, hat keinen Sinn.“

Es dürfe vor allem kein Argument sein, bei den Hygienemaßnahmen nachzulassen. Meidinger merkte an, dass in einigen Hotspots bisher gar keine zusätzlichen Maßnahmen in den Schulen angeordnet würden. „Das schwächt das Vertrauen in die Politik.“ Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung, sagte: „Wir fordern, dass der Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen sowie der Beschäftigten auch in den Bildungseinrichtungen höchste Priorität hat.“

Der bisherige Flickenteppich an Maßnahmen bleibe. Die KMK hatte bei zweitägigen Video-Beratungen der 16 Landesminister keine Einigkeit in der Frage gefunden, ob die im Rahmen der allgemeinen Corona-Maßnahmen eingeführten Grenzwerte von 35 oder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ab denen zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, in Schulen Sinn hätten. Die Grenzwerte gelten bislang in einigen Ländern, in anderen gelten sie für die Bildungseinrichtungen nicht.