Memmingen entscheidet packendes Derby gegen Lindau für sich – Ex-Augsburger Panther verlässt die Indians

Ein spannendes und verrücktes Derby bekamen die Eishockeyfans am Hühnerberg zu sehen. In der Overtime sicherte sich Memmingen den Zusatzpunkt und behält erneut gegen den EV Lindau die Oberhand. Rund 2300 Zuschauer sorgten für einen derbywürdigen Abend. Am Sonntag geht es dann nach Selb. Unterdessen hat ein Spieler die Indianer verlassen.

Foto: Alwin Zwibel

Die Vorzeichen standen gut, denn mit Kapitän Daniel Huhn, der sein Comeback feierte, konnte Coach Waßmiller fast aus dem Vollen schöpfen. Memmingen machte zu Beginn auch ordentlich Druck, doch Lindau war zuerst erfolgreich. Jan Hammerbauer nutzte eine Unstimmigkeit der Indianer-Defensive und verwandelte zum 0:1 für die Insulaner. Die kamen von nun an besser ins Spiel und setzten gegen Mitte des ersten Drittels noch einen drauf. EVL-Stürmer Norris erzielte das 2:0 aus Sicht der Gäste. Die Indians antworteten aber prompt. Niki Meier mit einem tollen Pass auf Patrik Beck, der schloss nur eine Minute später zum 1:2 ab. Doch der kurzeitige Aufschwung wurde durch einen weiteren Treffer von Norris zum 1:3 vorerst gestoppt. Memmingen kam aber nochmals heran. Linus Svedlund sorgte per Direktannahme für das 2:3. Mit diesem Spielstand endete ein turbulentes Anfangsdrittel.

Die Maustädter wollten im zweiten Drittel unbedingt den Ausgleich, doch die Gäste vom Bodensee erwiesen sich eiskalt. Hammerbauer markierte das 4:2 für den EV Lindau in der 24.Minute. Anstatt jetzt völlig aus der Bahn zu geraten, raffte sich der ECDC erneut auf und Dennis Neal schoss in Überzahl erneut den Anschlusstreffer (26.Minute). Es blieb weiter spannend, Chancen waren auf beiden Seiten da, es blieb aber beim 3:4.

Mit Spannung wurde das letzte Drittel erwartet, das an Verrücktheit kaum zu überbieten war. Die GEFRO-Indians setzten jetzt alles auf eine Karte, was folglich belohnt wurde. In der 48.Minute versenkte Voit nach Vorlage von Brad Snetsinger, die Scheibe zum Ausgleich. Kurz darauf wurde es dann noch besser aus Sicht der rot-weißen Anhänger, denn nach Svedlunds Schuss zappelte die Scheibe abermals im Gehäuse der Islanders. Brad Snetsinger erzielte dann in der 53.Minute mit einem Rückhandschuss sogar noch das 6:4 für die Gastgeber. Spiel gedreht, aber Sieger waren die Indians noch lange nicht. Nach einer Strafe gegen Lubor Pokovic in der 58.Minute nahm Lindau seinen Goalie vom Eis und traf zum 5:6 Anschluss durch Kapitän Farny. Und es sollte für die Indianer noch schlimmer kommen: In der letzten regulären Minute dann der Ausgleich für den EV Lindau. Ochmann knallte den Puck unhaltbar unter die Latte, Joey Vollmer war machtlos. Damit ging es in die Overtime. Die Rot-Weißen hatten in der Verlängerung mehr zu bieten und gingen dann auch als Sieger vom Eis. Fabian Voit vollstreckte eiskalt zum 7:6 n.V., was den Zusatzpunkt und den nächsten Sieg in einem äußerst turbulenten und spannenden Derby für den ECDC bedeutete.

Weiter geht es am Sonntag. Dann treten die Indianer beim VER Selb an, der in der Tabelle ebenfalls oben mitmischt. Am kommenden Sonntag findet das nächste Derby am Hühnerberg statt. Gegner ist dann der Altmeister aus Füssen.

Tore: 0:1 (5.) Hammerbauer (Norris, Federolf, 4-5), 0:2 (11.) Norris (Hammerbauer, Fuchs), 1:2 (13.) Beck (Meier, Huhn), 1:3 (15.) Norris (Hammerbauer, Farny), 2:3 (17.) Svedlund (Welz, Beck), 2:4 (24.) Hammerbauer (Kranjc, Norris), 3:4 (26.) Neal (Miettinen, 5-4), 4:4 (48.) Voit (Snetsinger, Svedlund), 5:4 (49.) Svedlund (Beck), 6:4 (53.) Snetsinger (Voit), 6:5 (59.) Klingler (Farny, 5-4), 6:6 (60.) Nirschl (Ochmann, Lüsch, 5-4), 7:6 (65.) Voit (GWG)

Strafminuten: Memmingen 10 + 10 (Pokovic) – Lindau 8

Zuschauer: 2278

Abgang bei den Indianern

Neben den Langzeitverletzten müssen die Indians einen weiteren schmerzhaften Abgang verzeichnen. Tim Bullnheimer wird die Memminger mit sofortiger Wirkung aus beruflichen Gründen (Studium) verlassen und sich einem Team in der Bayernliga anschließen. Als möglicher neuer Verein kommt wohl der EHC Königsbrunn in Frage.

Tim Bullnheimer verlässt die Indianer | Foto: Dominik Mesch

Da der junge Augsburger in den letzten Wochen verletzungsbedingt ausfiel, wird dies aber keine direkten Folgen auf die Aufstellung von Trainer Sergej Waßmiller haben. Bullnheimer absolvierte insgesamt 32 Spiele für die Rot-Weißen, in denen er 8 Punkte erzielen konnte. Nachdem er im letzten Jahr als Förderlizenzspieler aus Augsburg in der Maustadt Einsätze erhielt, boten ihm die Indianer im Sommer einen regulären Vertrag an, welcher nun schweren Herzens wieder aufgelöst wird. Als „sehr schade“, kommentiert Sven Müller (Sportlicher Leiter) diesen Schritt. Da der 20 Jahre alte Angreifer aber stets einen sehr positiven Eindruck hinterließ und bereits seit einigen Wochen mit der neuen Doppelbelastung haderte, wollten ihm die Verantwortlichen die berufliche Zukunft nicht verbauen und stimmten dem Wunsch des Augsburgers schließlich zu. Der ECDC sondiert bereits den Markt und wird, wenn sich die Gelegenheit bietet, Ersatz verpflichten.