Memmingen | Haus einsturzgefährdet – Bewohner müssen evakuiert werden

Auch in Augsburg musste ein Haus evakuiert werden

Wegen des einsturzgefährdeten Dachstuhls hat die Stadt Memmingen die Räumung des Gebäudes Zangmeisterstraße 26 veranlasst. Die Zangmeisterstraße ist ab der Einmündung Martin-Luther-Platz bis zum Westertor in beide Richtungen für Fahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger bis auf Weiteres gesperrt.

Foto: Benjamin Liss

„Die Sicherheit der Menschen ist das Wichtigste“, sagte Oberbürgermeister Manfred Schilder. Deshalb habe die Stadt die sofortige Räumung des Gebäudes Zangmeisterstraße 26 veranlasst, auch wenn diese für die im Gebäude betroffenen acht Personen mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden sei. Sie wurden von der Stadt in Notunterkünften untergebracht.

Auch das benachbarte Gebäude Zangmeisterstraße 24 musste im zweiten und dritten Stock geräumt werden. Hiervon waren Räume einer Arztpraxis betroffen, die jedoch im ersten Stock weiterbetrieben werden kann.

Die Zangmeisterstraße ist ab der Einmündung Martin-Luther-Platz bis zum Westertor in beide Richtungen für Fahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger bis auf Weiteres gesperrt.

Der Eigentümer des Gebäudes Zangmeisterstraße 26 hatte Schäden am Dachstuhl festgestellt und durch eine Baufirma überprüfen lassen. Die Firma informierte die Stadt Memmingen. Aufgrund des einsturzgefährdeten Dachstuhls hat die Stadt Memmingen umgehend die notwendigen Maßnahmen zur Räumung des Gebäudes sowie zur Teilräumung des benachbarten Gebäudes und zur Straßensperrung veranlasst. Hierbei wurden die Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Fachämter von der Feuerwehr Memmingen zur Straßensperrung sowie von der örtlichen Polizei unterstützt.

Am Gebäude Zangmeisterstraße 26 werden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Notsicherung gelungen

Die Notsicherung des einsturzgefährdeten Dachstuhls des denkmalgeschützten Gebäudes ist gelungen. Mithilfe eines Autokrans und einer Abrissplatte konnte der schräg stehende Kamin entfernt und der Dachstuhl entlastet werden. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz unter der Leitung von Oberbürgermeister Manfred Schilder, Baufachleute sowie mehr als 150 Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehren, Polizei und THW waren im weiträumig abgesperrten Gefahrenbereich im Einsatz.

„Die größte Gefahr ist jetzt gebannt“, sagte der Oberbürgermeister, nachdem die Arbeiten aufgrund der einbrechenden Dunkelheit vorerst eingestellt werden mussten. „Wir versuchen, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten.“ Nach jetzigem Stand sei nur der Dachstuhl betroffen und die darunterliegenden Geschosse könnten erhalten bleiben, so Schilder.

Die Sicherung wird heute fortgesetzt. Hierfür müssen die Parkplätze am Westertorplatz zum Aufbau eines zweiten Krans gesperrt werden. Auch die Sperrung der Zangmeisterstraße bleibt bis auf Weiteres bestehen.

35 evakuierte Anwohnerinnen und Anwohner müssen die Nacht überwiegend in Notunterkünften verbringen.

Oberbürgermeister Manfred Schilder dankte den beteiligten Einsatzkräften für die gute Zusammenarbeit und dem Kranführer für seine umsichtige Arbeit.

Auch in Augsburg musste ein Haus evakuiert werden

Foto: Wolfgang Czech

Die Evakuierung ruft auch in Augsburg Erinnierungen hervor. Ende Dezember 2018 musste am Oberen Graben ein ebenfalls in seinen Grundfesten sehr altes Gebäude geräumt werden. Auch hier bestand Einsturzgefahr (wir berichteten).